Dorfchronik

Die im Rahmen einer Zeittafel dargestellte Entwicklungsgeschichte des Dorfes Kaunitz mit den jeweiligen Hintergrundinformationen ist ein erster Versuch, die wesentlichen Ereignisse der 275-jährigen Dorfgeschichte darzustellen. Da der erste Gedanke für die Erstellung der Zeittafel erst Anfang April 2023 entstand, erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Zeittafel muss stetig ergänzt, vervollständigt und gegebenenfalls korrigiert werden. Die Dorfgemeinschaft ist für jede Anregung und Ergänzung dankbar.

Zunächst werden die ersten 100 Jahre (1743 – 1842) dokumentiert. Jeweils Anfang Aug., Okt., Dez. und Febr. folgen weitere 50 Jahre, so dass ab Anfang Febr. 2024 die 275 jährige Dorfgeschichte vollständig nachlesbar ist.

1743 | Unterzeichnung des Fundationsbriefes zum Bau einer Kirche

Am 1. März unterzeichnete Graf Maximilian Ulrich von Kaunitz-Rietberg im mährischen Brünn eine Urkunde. Inhalt dieser Urkunde war eine doppelte Stiftung für die Schaffung eines Gymnasiums in Rietberg und die Schaffung einer Pfarrei für die Bauernschaften Liemke und Österwiehe. Außer der Pfarrkirche sollte auch ein Pfarrhaus, ein Haus für den Kaplan und ein Haus für den Küster erbaut werden. Als Ort war die sogenannte Mayburg ausgewählt worden. Der Name Mayburg lässt auf eine ehemals dort vorhandene Fluchtburg genau auf der Grenze der Bauernschaften Liemke und Österwiehe verweisen und wurde alsbald durch den Namen Neukaunitz ersetzt.

1746 | Grundsteinlegung auf der Mayburg

Der Sohn des Stifters, Graf Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg, reiste in die Grafschaft Rietberg, wo er am 06. September perönlich den Grundstein der Neukaunitzer Pfarrkirche St. Marien Immaculata legte und einige Gesetze und Dekrete erlies. Schon am 14. September fuhr er zurück nach Brünn. Er hatte in Mähren das väterliche Erbe anzutreten, denn am 10. September war sein Vater Maximilian Ulrich in Wien verstorben. Nun konnte mit dem Bau der Pfarrkirche unter der Leitung von Johann Bernhard Dieden begonnen werden. Der Bau- und Zimmermeister war in dieser Zeit an vielen Projekten in der Grafschaft beteiligt.

1748 | Die neue Kirche zu Neukaunitz wird geweiht

Am 23. Mai 1748 weihte der Osnabrücker Weihbischof Johann Friedrich Adolf Freiherr von Hoerde die neue Pfarrkirche in Neukaunitz im halbfertigen Zustand ein. Dieses Datum gilt als Gründungsdatum für das Kirchspiel Neukaunitz und somit auch für das Dorf Kaunitz. Mit dem Bau der Pfarrkirche wurde zeitgleich die Küsterei errichtet (Fertigstellung 1748) und danach das Pfarrhaus. Die Kaplanei wurde 1750 gebaut. Das Jahr 1750 wird auch als das Jahr der Fertigstellung der Kirche (ohne Turm) angesehen.

1749 | Erster Pfarrer wird eingesetzt

Am 23.01.1749 wurde Peter Ferdinand Bökamp aus Bokel damals “Vicarius“ und Lehrer an der hohen Schule zu Wiedenbrück, als erster Pfarrer im Kirchspiel Neukaunitz eingesetzt.

1749 | Kirchen Policey Ordnung zu Neukaunitz wird erlassen

Diese Ordnung hatte nichts mit den heutigen Gesetzen und ihren Hütern zu tun. Sie regelte das Verhalten der Kirchgänger in und um das Gotteshaus. Allerdings sah sie auch Strafen für Fehlverhalten vor.

1750 | Sängerbank als Kirchenchor

Hier wurde zum ersten Mal im Zusammenhang mit den Gottesdiensten in der Kirchenchronik eine Sängerbank erwähnt. Diese Sängerbank sieht der Kirchenchor Kaunitz als seine Gründung an und ist damit der älteste Verein des Dorfes.

1753 | Mit dem Bau des Kirchturms wird begonnen

Mit dem Bau des Kirchturms wurde begonnen.

1755 | Der Turm wird fertiggestellt

Der Turm wird fertiggestellt.

1758 | Kolonisten und Neubürger in Kaunitz

Als mit den Bauten auf der Mayburg begonnen wurde, war dieses Gebiet nur sehr dünn besiedelt. Aber schon bald bildete sich der erste Kern des Dorfes entlang der neuen Kirchwege aus Österwiehe und Liemke. Der Rietberger Landdechant, Pfarrer Schürckmann, verfasste die "Gehorsamste Relation wegen dem Dorfe Neukaunitz" - hierin unterstützt er die Bitte der ersten Einwohnergeneration auf die schlechte Bodenbeschaffenheit Rücksicht zu nehmen. 

Diese ersten "befreyeten Eingeseßnen" waren:

  • Kleinekämper, Wirtschafter und Garnhändler
  • Schneiderwirth, Wirtschafter und Bäcker
  • Jörgen Kaupmann, Handelsmann
  • Ewerd Schnittker, Schreiner
  • Herman Holtkamp, Schneider
  • Nicolaus Dreyer, Holzschuhmacher
  • Ernst Köster Steffen, Schuster
  •  Jacob Pahlers, Wittiben (Witwe) des Schulmeisters
  • des Johan Mersch Schulmeisters Sohn, ein Schreiner
  • Jacob Mersch, Christoph Ameling, Johan Peters und Otto Höweltewes, welche von der gewinnenden Hand lebten

1769 | Ein Schutzbrief des Grafen erlaubt die Ansiedlung einer jüdischen Familie 

Der Rietberger Landesherr, Wenzel Anton Fürst von Kaunitz, hat mit Schutzbrief vom 17.02.1769  den Eheleuten Wolf Simon aus Mansbach in Hessen  und seiner Frau  Hendel (Tochter des Neuenkirchener Schutzjuden Itzig Aron) gestattet, sich in Kaunitz niederzulassen.. Gegen eine jährliche Abgabe von 12 Reichstalern wurden sie in Kaunitz geduldet und durften Handel treiben. Um seine Existenz in Kaunitz zu festigen, erwarb Wolf Simon am 05.11.1800 die 1764 gegründete Kötterstätte Nicolaus Dreyer (heute Fürstenstr. 10). Der Kauf, der vom Landesherrn 1802 genehmigt wurde, führte dazu, dass die Familie den Namen Dreyer annahm. In der Grafschaft Rietberg war es üblich/Tradition, dass jemand, der eine Hausstätte erwarb, zeitgleich den Namen der Hausstätte übernahm. In Kaunitz brachten es Wolf und Hendel Dreyer zu einem beträchtlichen Vermögen. Sie betrieben einen Handel mit Manufakturwaren, Textilien und insbesondere Fleischwaren und verkauften diese hauptsächlich im Rheinland.

1773 | Die Kolonie Neukaunitz im Urteil eines Zeitgenossen

Schon 1773 erschien in der hannoverschen Halbwochenschrift ein Artikel über Neukaunitz. Hier beschreibt ein Zeitgenosse seine Reise durch die Grafschaft Rietberg und bildet sich ein Urteil über die Anlage der  neuen Kolonie Neukaunitz.

1784 | Reform des Schulwesens in der Grafschaft Rietberg

Für die gesamte Grafschaft Rietberg wurde eine Reform des Elementarschulwesens eingeleitet. Die Verbesserung des Bildungswesens sollte damit vorangetrieben werden. Als erstes Schulgebäude in Kaunitz wurde die 1748 fertiggestellte Küsterei genutzt. Die Schulen auf dem Lande waren damals entweder Küsterschulen in den Kirchdörfern oder kümmerliche Landschulen in den Bauernschaften, die von Wanderlehrern betreut wurden. In den bäuerlichen Schulen stand oft nicht schreiben, lesen und rechnen an oberster Stelle, sondern das Lernen von praktischer Arbeit. Der Küster war früher oft auch noch Organist, Lehrer und Postmeister.

1786 | Sechsjährige Schulpflicht wird verordnet

Auch wenn die verordnete 6-jährige Schulpflicht zunächst nicht in allen Teilen der Grafschaft sofort durchgesetzt werden konnte, so blieb der von Wenzel Anton in der Grafschaft Rietberg vollzogene bildungspolitische Fortschritt, auch der in der Lehrerausbildung, insgesamt bemerkenswert und vorbildlich.

1794 | Fürst Wenzel Anton Graf Kaunitz stirbt

Fürst Wenzel - Anton Graf Kaunitz–Rietberg starb am 27. Juni im Alter von 83 Jahren. Der langjährige Österreichische Staatskanzler und Regent der Grafschaft Rietberg schied in Mariahilf bei Wien aus dem Leben.

1816 | Kaplan Ferdinand Mumbpro wird Pfarrer in Kaunitz 

Der aus Bokel stammende Ferdinand Mumbpro war zunächst Kaplan in Kaunitz und wurde 1808 als Kaplan nach Verl versetzt. Acht Jahre später, 1816, kehrt er nach Kaunitz zurück und wird Pfarrer vom Kirchspiel Kaunitz.

1818 | Beginn der Chronikpflicht für das Kirchspiel Kaunitz

In der Verordnung der Königlich Preußischen Regierung Minden vom 12. Dezember 1817 wurde u. a. festgelegt, dass in jeder Gemeinde des Regierungsbezirks Minden ab dem 01.01.1818 ein Chronik-Buch eröffnet und regelmäßig fortgeführt wird. Im Kirchspiel Kaunitz wurde Pfarrer Ferdinand Mumpro mit dieser Aufgabe betraut. Am 21. Febr. 1818 hat Pfarrer Ferdinand Mumpro das Vorwort für das neue Chronik-Buch des Kirchspiels Kaunitz geschrieben. Im Vorwort hat er darauf hingewiesen, dass er wegen der guten Quellenlage zunächst auf die Entstehung des Kirchspiels, den Bau der Kirche und der Entwicklung des Dorfes Neukaunitz (später Kaunitz) eingehen werde.

1821 | Die Grafschaft Rietberg kommt zur Diözese Paderborn

Die Grafschaft Rietberg wurde von der Diözese Osnabrück getrennt und der Diözese Paderborn zugeordnet. Durch die Vereinbarung zwischen Preußen und dem heiligen Stuhl über die Neuordnung der preußischen Bistümer gelangten Teile vom Bistum Osnabrück, darunter die Grafschaft Rietberg, zum Bistum Paderborn.

1824 | Zwei Wanderschulen in Österwiehe

Die Gemeinde Österwiehe errichtet zwei Wanderschulen bei Höweltewes und bei Lübke.

1828 | Erstes Schulhaus neben der Küsterei wird gebaut

Die erste Dorfschule wurde gebaut, und nachdem sie hier in Neukaunitz "mindestfordernt ausgesetzt, erhielten die Colonen Ober- und Unteramsel in Hövelhof darauf den Zuschlag zu 360 Reichstalern. Wofür sie alles Fenster, Thüren, Bänke, Öfen, Bedielung, Verputzung, so wie sie dasteht, sogar die Schlösser an die Thüren liefern und in Stand setzen lassen mussten". Der bisherige Raum im Küsterhaus war zu klein geworden.

1833 | Der erste Schützenverein wird gegründet

Gründung des ersten Schützenvereins für die Kirchspiele Verl und Kaunitz "Vereinigte Schützengilden Verl und Kaunitz", spätere Umbenennung in "St.Hubertus - Schützengilde Verl 1833 e.V."

Im Jahre 1832 wurde in Verl das erste Schützenfest gefeiert. Das Fest fand einen so großen Anklang bei Alt und Jung. Deshalb wurde bereits Anfang 1833 beschlossen, einen Schützenverein zu gründen. Gemeinsam mit dem Kirchspiel Kaunitz sollte von nun an jährlich ein Schützenfest gefeiert werden.

1840 | Kaunitz wird Postexpedition

In Kaunitz wurde am 01. September eine Postexpedition eingerichtet. Die Fahrpost zwischen Bielefeld und Paderborn wurde über Verl, Kaunitz und Neuhaus befördert. Die Fahrpost wurde auf wetterabhängigen, engen und sich durch die Landschaft windenden Wegen gefahren. Übergeordnete Stellen drangen auf den Bau neuer Chausseen. Diese ließen aber auf sich warten. 

1846 | Kaunitzer wird König der "Vereinigten Schützengilden Verl-Kaunitz"

Der Kaunitzer Eberhard Meybörger erobert die Königswürde beim Verl-Kaunitzer Schützenfest. Zu seiner Königin erwählt er die Ehefrau des Kaufmanns Dreyer, welche ebenfalls in Kaunitz wohnte.

1847 | Neuer Gendarm in Kaunitz

Anstelle des pensionierten Gendarmen Jacob Teplich wurde der Militäranwärter Vogt aus Erfurt am 01. Okt. 1847 zum Gendarm in Kaunitz ernannt.

1848 | Protestmarsch der Bauern zum Wohnsitz ihres Grundherrn

Schon einige Jahre hatten die Bauern des Rietberger und Verler Landes ihren Grundherrn Friedrich Ludwig Tenge auf ihre ärmlichen Verhältnisse hingewiesen. Es waren ihm aber keine Zugeständnisse abzuringen. So machten sich am 24. März 1848 bis zu 4000 Bauern auf zum Marsch nach Niederbarkhausen bei Oerlinghausen, dem Wohnsitz Tenges. Hier wurde er zu Zugeständnissen gezwungen, die auf dem Rückweg in der Schankwirtschaft der Witwe Nordbrock fixiert wurden.

1849 | Vikar Maximilian Laning wird zum neuen Pfarrer von Kaunitz ernannt

Geboren am 28.08.1807 in Rietberg besuchte Maximilian Laning das dortige Progymnasium. Seine Studien beendete er in Paderborn und wurde dort am 9.08.1931 zum Priester geweiht. Im Herbst 1833 kam er als Vikar nach Kaunitz. Am 26.07.1849 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Drüke als Pfarrer von Kaunitz ernannt.

1856 | Beginn des Baus einer direkten Verbindung zwischen Verl und Kaunitz

Ging der Weg von Verl nach Kaunitz bisher über gewachsene Wege mit vielen Windungen, deren Nutzung für Pferdefuhrwerke auch noch von der Witterung abhängig war. So drängte die Bezirksregierung in Minden auf den Bau einer direkten Verbindung von Verl nach Kaunitz. Das Amt Verl gab schon 1844 die Zusage, mit dem Bau zu beginnen. Sie sollte Teil der Personen- und Fahrpostverbindung von Bielefeld-Brackwede über Verl, Kaunitz, Schloß Neuhaus nach Paderborn werden. 1854 wurde die Chaussee von der Dalke-Brücke aus bis an den Dorfrand von Verl fertig. 1855 konnte die Fertigstellung durch das Dorf Verl gemeldet werden. Erst danach begannen Verhandlungen über den notwendigen Landkauf. Nach deren Vollzug wurde mit dem Weiterbau der Chaussee nach Kaunitz begonnen.

1856 | Österwiehe bekommt einen festen Schulstandort, die Vorbeck-Schule

Die Gemeinde Österwiehe kauft von Konrad Lütkeherm ein Grundstück mit Wohnhaus und baut das Wohnhaus zu einer einklassigen Schule mit Lehrerwohnung um.

1859 | Die Chaussee zwischen Verl und Kaunitz wird fertig gestellt

Nachdem 1857 die Erdarbeiten an der Trasse beendet und Steine angeliefert waren, konnte man mit der Befestigung der Chaussee beginnen. 1858 begannen die Anwohner mit der Anpflanzung der Bäume um die Böschungen zu befestigen. 1859 konnte die Chaussee bis Kaunitz fertiggestellt werden. Der Weiterbau Richtung Hövelhof und Schloß Neuhaus ließ allerdings noch bis 1883 auf sich warten.

1860 | Auch Liemke bekommt einen festen Schulstandort, die Obermeier-Schule

In Liemke I wurde die einklassige Obermeier-Schule mit einer Lehrerwohnung gebaut. Das  Grundstück für die Schule wurde vom Erbpachthof Borries-Osdiek gekauft, gehörte aber eigentlich zum Hof Obermeyer, daher Obermeyer-Schule.

1861 | Neueröffnung der Postexpedition II. Klasse

Als Postexpeditionen wurden seit dem 18. Jahrhundert kleine Poststellen bezeichnet, die den eigentlichen Postämtern untergeordnet waren. Die Expeditionen wurden in die Klassen I und II eingeteilt. Die Vorsteher der Postexpedition I waren kündbar angestellte Fachbeamte. Die der II Klasse nebenamtlich tätige Ortseinwohner. 1852 wurde die Postexpedition in Kaunitz geschlossen und nach Verl verlegt. Neun Jahre später, am 01. Mai 1861, wird die Kaunitzer Postexpedition wiedereröffnet. Postexpediteur wurde der früher schon im Postdienst in Kaunitz tätig gewesene Müller. Kaunitz hatte damals 190 Einwohner, womit sich die Briefpost in Grenzen hielt. Jedoch verschickten damals schon einige Fleischwarenhandlungen ihren westfälischen Schinken und eine Zigarrenfabrik ihre Zigarren.

1871 | Kaunitzer Pfarrer wird Dechant

Der Kaunitzer Pfarrer, Maximilian Laning, wurde neuer Landdechant des Dekanates Rietberg.

1876 | Der Friedhof in Kaunitz wird verlegt

Bereits in den 60er Jahren dieses Jahrhunderts wurde Pfarrer Laning von der Landesregierung Minden aufgefordert, den Friedhof aus hygienischen Gründen ausserhalb des Dorfes anzulegen. Das Grundstück für den neuen Friedhof wurde von der Witwe Theres Schnitker gekauften und 1876 eingeweiht. Ferdinand Thiesbrummel, Kind des Kötters Heinrich Thiesbrummel in Liemke, wurde im Juli 1877 als erste Leiche auf dem neuen Friedhof begraben. Am 23. August wurde der Kaplan Joseph Schmidt, der 17 Jahre in Kaunitz gewirkt hat, auf dem Friedhof begraben. Die Engelsfigur, die sein Grab schmückte, ist heute noch auf dem Friedhof zu sehen.

1880 | Die Obermeyer-Schule brennt ab

Am 25.September brannte die Obermeyer-Schule in Liemke ab. Die Schüler und Lehrer Augustin Scheidt bekamen eine behelfsmäßige Unterkunft auf dem Hof Peitzmeier.

1880 | Die Markuskapelle wird errichtet

Als Ersatz für eine baufällige Fachwerkkapelle wurde in der Nähe des Hofes Meier Johanliemke die Markuskapelle errichtet (am heutigen Kapellenweg).

1881 | Kaiserlicher Orden für Dechant Laning

Kaiser Wilhelm der 1. verlieh Dechant Maximilian Laning zum goldenen Priesterjubiläum (50 Jahre) den Roten Adler Orden 4. Klasse. Diese Auszeichnung wurde als Verdienstorden zu 50 und 60 jährigen Jubiläen verliehen.

1882 | Blitz schlägt in den Kirchturm

Der Turm der Kirche wurde im Juni 1882, ca. 16.00 Uhr, vom Blitzschlag getroffen und brannte ab. Der Turmhelm wurde vollständig zerstört. Die Glocken waren geschmolzen, ein Teil des Kirchendaches wurde stark beschädigt und die Orgel war nicht mehr bespielbar. Noch im selben Jahr beschloß der Kirchenvorstand den Wiederaufbau.

1882 | „Neupriester“ Franz Fröhling kommt nach Kaunitz

Der Priester Franz Fröhling wurde unmittelbar nach seiner Priesterweihe zur Unterstützung des hochbetagten Pfarrers und Landdechants Maximilian Laning ab dem 20. Okt. 1882 in Kaunitz eingesetzt. Bis zur Versetzung in den Ruhestand am 27. Mai 1930 war er insgesamt 48 Jahre als Priester in Kaunitz tätig. Ein Bericht über das positive Wirken von Pfarrer Fröhling in Kaunitz folgt in 2024. Die Straße gegenüber dem neuen Elli-Markt, die zur Siedlung auf dem ehemaligen Kirchengrundstück führt, wurde nach ihm benannt.

1882 | Ersatzbau für die abgebrannte Obermeier-Schule

Nachdem die Obermeierschule 1880 durch einen Brand zerstört wurde, konnte der Unterricht vorübergehend in Räumlichkeiten auf dem Hof Peitzmeier, gen. Obermeyer behelfsmäßig weitergeführt werden. Die abgebrannte Obermeierschule in Liemke I wurde als zweiklassige Schule mit zwei Dienstwohnungen an gleicher Stelle neu errichtet und 1882 bezogen.

1883 | Der neue Kirchturm wird ein Meter höher gebaut

Der abgebrannte Kirchturm wurde ein Meter erhöht und in seiner jetzigen Form wieder aufgebaut. Mit den Bauarbeiten wurde der Bauunternehmer Tentenberg aus Callenhard beauftragt und die Dacharbeiten wurden dem Schieferdeckermeister Biering aus Bielefeld übertragen. Die beschädigte Orgel wurde vom Paderborner Orgelbauer Randebrock, der diese auch 1874 geliefert hatte, wieder hergestellt. Die drei geschmolzenen Glocken wurden vom Hildesheimer Glockengießer Radler mit dem Dreiklang d-fis-a ersetzt. Am 28. Aug. 1883 waren alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen.

1885 | Männerchor Kaunitz gegründet

Kaplan Franz Fröhling gründete mit Gleichgesinnten am 07. März 1885 den Männerchor Kaunitz. Zu den Mitbegründern zählten Alois Brokbals, Christoph Geisemeier, Georg Johannhansmeier, Ferdinand Nordbrock und Peter Venne. In den ersten dreizehn Jahren, bis 1908, wurde der Männerchor von Kaplan und späteren Pfarrer Fröhling geleitet. Die Probeabende wurden in der alten Küsterei abgehalten.

1886 | Spar- und Darlehnskasse Kaunitz gegründet

Die Kaunitzer Spar- und Darlehnskasse, eine eingetragene Genossenschaft mit insgesamt 29 Gründungsmitgliedern, wurde am 05.05.1986 gegründet. Der Geschäftsraum befand sich bis 1895 im Haus des Gastwirtes und ersten Rendanten Klemens Nordbrock. Am 10.05.1895 wurde Lehrer Ferdinand Schwarze zum Rendanten gewählt und der Geschäftsraum wechselte in das 1892/93 neu gebaute Schulgebäude in Kaunitz.

1889 | Neuer Polizeiwachtmeister in Kaunitz eingesetzt

Für die Gemeinden Österwiehe und Liemke wurde Polizeiwachtmeister Hermwille in Kaunitz stationiert.

1890 | Schulverband Kaunitz wird gegründet

Die Gemeinden Österwiehe, Bornholte und Liemke gründen den Schulverband Kaunitz.

1891 | Chaussee Kaunitz - Steinhorst

Die Chaussee von Kaunitz nach Steinhorst wurde bis zur Grenze von Delbrück/Steinhorst gebaut, insgesamt 2.081 m.

1892 | Der Kriegerverein Kaunitz wird gegründet

Am 16. Mai 1892 fand die Gründungsversammlung vom Kriegerverein Kaunitz statt.

1892 | Zwei Dorfschulen in Kaunitz und Österwiehe werden gebaut

Eine neue Dorfschule Kaunitz, bestehend aus zwei Klassenzimmer und zwei Wohnungen für das Lehrpersonal, wurde auf dem Gelände des jetzigen Dorfplatzes, gegenüber der Volksbank, gebaut. Mit dem Bau der Schule wurde am 06.09.1892 begonnen, der Grundstein wurde am 17.09.1892 gelegt. Die Kosten für den Schulneubau betrugen rd. 18.000 Reichsmark. Das Grundstück hatte der Schulverband Kaunitz bereits 1890 vom Landwirt Heinrich Busche erworben. Die Dorfschule wurde 1914 auf vier Klassen erweitert.

Die Gemeinde Österwiehe errichtete zusätzlich zur „Vorbeckschule“ im Westen der Gemeinde eine zweite einklassige Schule mit einer Lehrerwohnung, die Spitzkrugschule. Am 16. Nov. 1892 wurde die Spitzkrugschule in Gegenwart des Pfarrers und Ortsschulinspektors Ferdinand Kühlmann, der Pfarrgeistlichen, des Amtmanns Rohden und der Lehrer Küper und Deppe mit den Schulkindern feierlich eingeweiht. 1930 wurde die Spitzkrugschule um einen zweiten Klassenraum erweitert.

1893 | Dechant Pfarrer Maximilian Laning stirbt

Am 16. Oktober verstarb nach langer schwerer Krankheit Dechant Pfarrer Maximilian Laning. Er wurde auf der Priestergruft unter dem Hochkreuz auf dem Kaunitzer Friedhof beigesetzt.

1893 | Vikar Franz Fröhling wird neuer Pfarrer von Kaunitz

Schon seit 1882 war Jungpriester Franz Fröhling zur Unterstützung des erkrankten Pfarrers Maximilian Laning in Kaunitz tätig.. Nach dessen Tod wurde Vikar Fröhling zum neuen Pfarrer von Kaunitz berufen. Schon als Vikar hatte er sich in das Dorfleben nachhaltig eingebracht. So war er auch an der Gründung des Männerchores beteiligt. 1886 rief er mit Gleichgesinnten zur Gründung der Spar- und Darlehnskasse Kaunitz auf. Ebenfalls soll er die Gründung des Sportvereins DJK Arminia Kaunitz betrieben haben.
Wenn man in alten Zeitungen blättert findet man den Namen Pfarrer Fröhling bei allen möglichen Anlässen, so z. B.  bei Arbeitsjubiläen der Holter Hütte und auf dem Schützenfest der Vereinigten Verl-Kaunitzer Schützengilde in Verl an. Des Weiteren besuchte er auch gern die Tierschauen der hiesigen Zuchtvereine in der Verler Schützenhalle. Bei einer dieser Gelegenheiten soll der Verler Pfarrer Ferdinand Kühlmann gesagt haben: „Wie kommt es eigentlich, Sie heißen Fröhling und sind immer so kühl, ich heiße Kühlmann und bin immer so fröhlich?“

1896 | Tenge-Rietberg gibt das Kirchenpatronat auf

In früher Zeit hatten die Grafen Rietberg-Kaunitz das Patronat über die Kirchen in der Grafschaft Rietberg und bestimmten über die Umsetzung kirchlicher Baumaßnahmen. Dieses Patronat war beim Verkauf der Ländereien an die Familie Tenge auch an diese übergegangen. Da aufgrund der finanziellen Beteiligung an kirchlichen Baumaßnahmen der Kirchenpatron diese zunehmend blockierte und deshalb dringend notwendige Baumaßnahmen in der Pfarrei Kaunitz nicht  umgesetzt werden konnten,  musste das Kirchenpatromat von Woldemar Tenge abgehandelt werden. Nur dadurch konnte gewährleistet werden, dass notwendige Baumaßnahmen an der Kirche in Kaunitz durchgeführt werden konnten. Nach langen Verhandlungen wurde am 31. März 1896 der Ablösevertrag zwischen der Familie Tenge und dem Kaunitzer Kirchenvorstand geschlossen. Der Kirchenpatron Tenge verzichtete auf all seine Recht und löste seine Patronatspflichten (Beitragspflicht zu den Baumaßnahmen an der Kirche und den geistlichen Gebäuden der Pfarrei) durch eine einmalige Zahlung von 28.000 Mark ab. Die Erweiterung der Kirche konnte jetzt beginnen.

1897 | Erweiterung der Marienkirche Kaunitz

Aufgrund der wachsenden Bevölkerung im Kirchspiel Kaunitz, bestehend aus den Gemeinden Oesterwiehe und Liemke, musste die Kirche erweitert werden. Insbesondere in Liemke hatten sich durch den Bau der Holter Eisenhütte viele Menschen niedergelassen. Somit war die Kaunitzer Pfarrkirche zu klein geworden. Mit der Erweiterung begann man am 8. März 1897, zunächst mit der Exekration und dem Abbruch der Altäre sowie der Niederlegung der Chormauer.

1900 | Ausbau der Chaussee in Richtung Oerlinghausen

Mit dem Ausbau der Chaussee von Kaunitz über Schloß Holte in Richtung Oerlinghausen (bis zur Grenze des Kreises Paderborn) wurde 1900 begonnen.  Die Chaussee wurde 1902 fertiggestellt.

1900 | Die Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft wird gegründet

Am 28.10.1900 wurde die "Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft" in Kaunitz gegründet.

1901 | Die erweiterte Marienkirche zu Kaunitz wird geweiht

Die erweiterte Pfarrkirche wurde am 11. Mai 1901 von Bischof Dr. Wilhelm Schneider aus Paderborn geweiht. Die Kirche wurde um das Querhaus und den Chorraum erweitert. Von der alten Barock-Kirche blieben nur die Nord- und die Südwand, sowie der 1883 wieder aufgebaute Turm mit dem Turmportal und dem Allianz-Wappen derer zu Kaunitz-Rietberg stehen. Der Eingang unter dem zweiten Fenster vom Turm aus wurde geschlossen. Dafür bekam die Kirche nun je einen Eingang unter dem 3. Fenster vom Turm aus auf der Nord-und der Südseite.

1903 | Postkutsche wird von der Eisenbahn abgelöst

Am 12. April 1903 fuhr die kaiserliche Postkutsche zum letzten Mal von Gütersloh über Verl nach Kaunitz. Danach übernahm die Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) den Personen- und Postverkehr. Für die letzte Fahrt hatten der Kaunitzer Postkutscher Otto Nüst und sein Pferdeführer Johann Selker vier Pferde angespannt. Die Postkutsche war mit Fähnchen und Girlanden geschmückt.


1903 | Eröffnung der Eisenbahnstrecke Gütersloh-Verl-Kaunitz-Hövelhof

Die Eisenbahnstrecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) von Gütersloh nach Hövelhof (24,6 km) wurde über 2 Jahre gebaut und am 19. April 1903 eröffnet. Dies war ein wichtiger Schritt für die Verkehrserschließung der Region und brachte auch für das Dorf Kaunitz einen wirtschaftlichen Aufschwung.

1904 | Mit der Ausmalung der Kirche wird begonnen

Nachdem man dem Neubau der Kirche Zeit zum Trocknen gegeben hatte, begann man mit der Ausmalung. Hier arbeitete man mit Kaseinfarben, die ihre Leuchtkraft bis zur nächsten Renovierung nach 50 Jahren beibehielten. Die Inneneinrichtung, Hochaltar, Anna-Altar, Josef-Altar, Kanzel und Kreuzweg, hatten Künstler und Handwerker der „Wiedenbrücker Schule“ übernommen.

1904 | Balthasar Vorbeck eröffnet ein Kolonialwarengeschäft in Österwiehe            

In 1904 eröffnete  der Kaufmann Balthasar Vorbeck, der bereits 1892 den Hof an der jetzigen Schulstraße erworben hatte, ein Kolonialwarengeschäft. Seine Söhne Josef  und Christian Vorbeck hatten das Bäckerhandwerk erlernt und betrieben seit 1924 zusätzlich die Bäckerei, in der Brot und Brötchen gebacken und Pumpernickel-Brot gegart wurde.  Das Pumpernickel-Brot wird bis heute in einem alten Steinofen 18 Std. bei 100 Grad gegart. Durch den Abriss der alten Milchvieh- und Schweineställe konnte 1959 ein Neubau mit vergrößerter Produktionsfläche entstehen. Zusätzlich wurde auch eine Schankwirtschaft eröffnet. Nach dem Tod von Josef Vorbeck sen. in 1988 übernahm Josef Vorbeck jun. die Bäckerei.

1905 | In Liemke werden zwei neue Schulen erbaut

Nach dem Bau, dem Wiederaufbau und der Erweiterung der Obermeier-Schule (Liemke I) baute man die Bredengerd-Schule (Liemke II) an der heutigen Oststraße. Zeitgleich wurde die ebenfalls einklassige Münsterteicherschule (Liemke III) errichtet. Beide wurden im Jahr 1906 bezugfertig. 1927 wurde sie auf zwei Klassen erweitert. Nach der Fertigstellung der Michaelschule 1965 wurden die Schulen Liemke I bis III geschlossen.

1905 | Der Geflügelzuchtverein Kaunitz e.V. wird gegründet.

Drei Geflügelzüchter aus Oesterwiehe und Kaunitz, Johann Höwelkröger, Heinrich Linnenkamp und Otto Busche gründeten den Geflügelzuchtverein Kaunitz. 

1908 | Heinrich König gründete eine Molkerei in Kaunitz

Der Molkereiverwalter Heinrich König aus Baarsen bei Bad Pyrmont gründete am 01. April 1908 eine Molkerei in der Nähe des Kaunitzer Bahnhofes.

1910 | Freiwillige Feuerwehr Kaunitz gegründet .

Mit der Gründung der Feuerwehr Kaunitz in der Gaststätte Degener am 08. Aug. 1910 vollbrachten die Feuerwehrkameraden eine Pionierleistung. Als erstes Dorf im Amtsbebezirk Verl hatte Kaunitz eine Feuerwehr. Verl folgte 1913, Schloß Holte 1927.

1913 | Die Kaunitzer Filialkirche St. Ursula in Schloß Holte wird eingeweiht

Am 13. Okt. 1913 wurde in Schloß Holte die Filialkirche St. Ursula durch den Weihbischof Hähling von Lanzenauer eingeweiht. Ein Viertel der Baukosten brachte die aus Kaunitz stammende Katharina Huckebrinker mit laufenden Spenden auf. Sie war Oberaufseherin der Hertz´schen Nervenheilanstalt in Bonn. 1932/33 erfolgte ein Erweiterungsbau. Eine selbständige Pfarrei wurde die St. Ursula Kirchengemeinde erst am 01. März 1942.

1913 | Eröffnung der ersten Fabrik in Kaunitz

Hauptlehrer Ferdinand Schwarze, der auch Rendant der Spar- und Darlehnskasse Kaunitz war und Pfarrer Franz Fröhling waren die treibenden Kräfte für die Bildung einer Genossenschaft mit beschränkter Haftung. Die Genossenschaft, der auch wohlhabende Bürger aus Kaunitz beitraten, baute ein Fabrikgebäude am Bahnhof und betrieb darin eine Metallwarenfabrik. Als technischer Leiter wurde ein Ingenieur aus Dortmund eingestellt. Hergestellt wurden zunächst Spülkästen für Toiletten, Verschraubungen für Heizkörper und Blattfedern für Eisenbahn-Waggons.

1914 | Erweiterung der Dorfschule Kaunitz

Die 1892 gebaute zweiklassige Dorfschule Kaunitz wurde um weitere zwei Klassenräume und Wohnung für Lehrpersonal erweitert. Etwas abseits vom Schulbau wurde die Badeanstalt mit Aborträumen errichtet. In einem Artikel der Zeitung "Die Glocke" heißt es dazu. Die Badeanstalt soll neun Brausen und vier Wannen enthalten. Die Badeanstalt soll in erster Linie den Schulkindern zu Gute kommen, doch soll auch den Erwachsenen Gelegenheit gegeben werden, die Annehmlichkeiten einer „Kaltwasserbehandlung“ genießen zu können. Dadurch wird einem lang empfundenen Bedürfnis abgeholfen, denn wollte man bisher baden, so musste man mit der „Teutoburger Wald-Eisenbahn“  nach Verl oder Gütersloh fahren.

1917 | Bronze-Glocken müssen zu Kriegszwecken abgegeben werden

Die Kirchengemeinde wurde am 13. Juni aufgefordert die beiden großen Bronze-Glocken aus dem Jahre 1883 und die Wandlungsglocke aus dem Dachreiter von 1898 zu Kriegszwecken binnen sechs Wochen abzugeben. Dieses geschah unter großer Trauer der Pfarrmitglieder. Im Turm verblieb lediglich die kleine A Glocke, die zum Gottesdienst läutete. Dazu gab es im Dachreiter, eine kleine, von privater Hand geschenkte Wandlungsglocke.

1919 | Drei neue Stahlglocken und die Wandlungsglocke werden gestiftet

Die Familie König ( Kaunitzer Molkereibesitzer) stifteten zwei neue Glocken, die dritte Glocke und die Wandlungsglocke spendete Johann Lüke aus Österwiehe. Für Stahl als Werkstoff entschied man sich, da man auf Bronzeglocken noch Jahrzehnte hätte warten  müssen. Die Glocken hatten den Dreiklang G-H-D, die Bronze Glocke A behielt man auch. Nach Ankunft aus Bockenem am Harz wurden die Glocken feierlich geweiht.

1921 | Der Mütterverein Kaunitz wird gegründet

Bei einer Volksmission 1920 wurde die Gründung des Müttervereins angeregt. Schnell hatten sich in Österwiehe (mit Kaunitz) und Liemke (mit Teilen von Bornholte) 350 Frauen gefunden die dem Verein angehören wollten. Nachdem die Statuten entworfen waren und diese durch das Generalvikariat in Paderborn bestätigt wurden, fand am 27. Februar 1921 in der Kaunitzer Kirche die Gründung des Vereins statt. In den Vorstand wurden 3 Frauen aus Liemke und drei Frauen aus Österwiehe gewält. Namentlich waren dies die Frauen Buschkröger (Präfektin), Vorderbrügge, Feldhaus, Bussemas, Brokbals und Dresselhaus. Bemerkenswert ist die vergleichsweise hohe Zahl an Frauen (350), die schon sechs Jahre nach Gründung des ersten Müttervereins in Paderborn dem Kaunitzer Mütterverein beitraten.

1921 | Ehrentafel für die Gefallenen im 1. Weltkrieg

Die Ehrentafel für die im 1. Weltkrieg (1914-18) gefallenen Soldaten, vom bewährten Künstler Herrn Stratmann aus Kevelaer gefertigt, wurde am 17. Dezember geweiht.

1922 | Der Barockaltar von 1748 wird nach Riege verschenkt

Der seit der Renovierung der Kirche auf dem Dachboden lagernde Barockaltar wird nach Riege verschenkt. Er ist heute noch in abgewandelter Form in der Herz -Jesu – Kirche in Riege zu bewundern.

1923 | Die Klemptnerei Erichlandwehr wird gegründet

Hermann Erichlandwehr gründet mitten in Kaunitz einen Klemptnerei und Installationsbetrieb der noch heute, in etwas anderer Form, besteht.

1925 | Der Schützenverein Kaunitz wird gegründet

Die Idee eines eigenen Kaunitzer Schützenvereins wurde 1925 geboren. So kam es am 2. August 1925 zu einer ersten Versammlung in der Gastwirtschaft Liemke. Es erschienen 24 interessierte Bürger, die spontan die Gründung eines Schützenvereins beschlossen. Nach der Wahl des provisorischen Vorstands wurde von den Gründungsmitgliedern gewissenhaft der Entwurf einer Vereinssatzung erarbeitet. Während der Gründungsversammlung beauftragte man den Vorstand mit der Vorbereitung eines Schützenfestes. Den Jahresbeitrag legte man auf 6 Reichsmark fest, welcher in vierteljährigen Raten von 1.50 RM zu entrichten war. Die Dauer des ersten Schützenfestes wurde in Absprache mit dem Schützenbruder und Festwirt Josef Fortkord (später Kaunitzer Krug/Otto Lauströer) auf zwei Tage festgelegt. Das Gründungsfest fand am Samstag, dem 19. und Sonntag, dem 20 September 1925 statt. Schon um 12:30 Uhr begann das Antreten an diesem ersten Schützenfest Samstag in Kaunitz. Vom Vorplatz der Gaststätte Liemke aus ging es zum Sägewerk Schröder (heute Pagenkemper) zum Vogelschießen. Der Schützenkönig des Gründerjahres hieß Heinrich König, der Christine Asholt als Königin erwählte. Unter den Klängen des Trommlercorps Kaunitz und des Musikvereins aus Liemke wurde schon damals am Sonntagnachmittag der Königskutsche im Dorf zugejubelt.

1926 | Der Kaunitzer Friedhof wird erweitert

Durch den Ankauf eines Grundstücks von Kaufmann Leistenschneider wurde der Friedhof in westlicher Richtung vergrößert.

1926 | Die Bautischlerei Erichlandwehr wird gegründet

Heinrich Erichlandwehr gründete an der Fröbelstraße die erste Tischlerei in Kaunitz. Der Name wurde im Laufe der Zeit von den vier Söhnen des Gründers auf Landwehr gekürzt. Die Tischlerei gibt es heute noch an gleicher Stelle.

1926 | Der Kath. Gesellenverein Kaunitz wird gegründet.

Am 24.10.1926 wurde der "Kath. Gesellenverein Kaunitz" gegründet, heute Kolpingfamilie Kaunitz.

1927 | Kaunitz wird elektrifiziert

Von 1927 bis 1929 wurde in den Gemeinden Bornholte, Liemke, Österwiehe und Sende das Stromnetz erstellt.

1930 | Erweiterung der Spitzkrugschule

Im Herbst 1929 wurde mit dem Anbau an der Spitzkrugschule begonnen. Angebaut wurde ein Klassenzimmer und eine weitere Lehrerwohnung. Nach den Pfingstfeiertagen 1930 wurde das neue Klassenzimmer bezogen.

1930 | Kriegerehrenmal wird in Kaunitz eingeweiht

Der Kriegerverein Kaunitz errichtete ein Kriegerehrenmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen 180 Soldaten aus dem Pfarrbezirk Kaunitz. Die Grundsteinlegung erfolgte am 16. Febr. 1930. In einer Ansprache wies Pfarrer Fröhling auf die Bedeutung des Ehrenmals und auf die Pflichten gegenüber den gefallenen Soldaten hin. Am 09. Juni 1930 wurde das Kriegerdenkmal durch Vikar Störmann, der auch die Festansprache hielt, eingeweiht.  

1930 | Pfarrer Franz Fröhling tritt in den Ruhestand

Pfarrer Franz Fröhling trat im Alter von 72 Jahren wegen eines Augenleidens in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Johannes Eickhoff. Pfarrer Fröhling war seit 1982, also insgesamt 48 Jahre, in Kaunitz tätig. Zu seinen großen Verdiensten für die Pfarrei Kaunitz zählen u.a.: 1885 Gründung des Männergesangsvereins, 1886 Gründung der Spar- und Darlehnskasse Kaunitz, 1898 Vergrößerung der Kaunitzer Kirche, 1913 Errichtung der Filialkirche in Schloß Holte und 1913 Erbauung einer Fabrik am Bahnhof zur Behebung der wirtschaftlichen Not in der Pfarrei Kaunitz.

1930 | Pfarrer Johannes Eickhoff wird in sein Amt eingeführt

Pfarrer Johannes Eickhoff, der bereits seit dem 14. Mai in Kaunitz tätig war, wurde am 26. Juni 1930 als Pfarrer von Kaunitz in sein Amt eingeführt. Im Rahmen einer feierlichen Prozession holten Schulkinder und Vereine Pfarrer Eickhoff von der Gastwirtschaft Fordkord (später Lauströer) an der Paderborner Str., am ehemaligen Sportplatz ab.

1931 | Spar- und Darlehnskasse Kaunitz erwirbt ihr angemietetes Geschäftshaus

Die Spar- und Darlehnskasse Kaunitz erwarb das bereits seit 1927 angemietete Gebäude, in dem heute das Einrichtungshaus Bühlen untergebracht ist. Die Geschäftsräume wurden bis 1961, bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes, der jetzigen Volksbank am Kreisverkehr, von der Spar- und Darlehnskasse Kaunitz genutzt. Danach wurde die Familie Bühlen Eigentümerin des Gebäudes.

1932 | Erste Spuren von Fußball in Kaunitz

Alten Zeitungsberichten zufolge gab es auch schon mindestens seit Ende der 20er Jahre Fußball in Kaunitz. So wurde die 1. Mannschaft der DJK Arminia Kaunitz im Sommer 1932 Meister in der DJK Liga B und stieg in die A Liga auf. Die Vereinigung DJK (Deutsche Jugendkraft) wurde Anfang der 20er Jahre gegründet und schon Mitte der 30er Jahre durch die NSDAP verboten.

1932 | Zwei Häuser in Kaunitz wechseln den Besitzer

Aufgrund der landesweiten Not fanden viele Zwangsversteigerungen in Deutschland statt. Auch in Kaunitz wurden zwei Häuser veräußert. Am 01.07.1032 wurde die Bäckerei Venne von K. Pickert erworben. Die Gaststätte Fortkord (Kaunitzer Krug, Paderborner Str.) ging am 29.07.1932 in den Besitz des Wirtes Otto Lauströer über.

1933 | NSDAP Ortsgruppe Verl wird gegründet

Die Ortsgruppe Verl der NSDAP wurde 1933 gegründet. Sie umfasste zunächst den gesamten Amtsbezirk Verl.

1933 | 100 Jahre Schützengilde Verl und Kaunitz

Die vereinigten Schützengilden Verl und Kaunitz feierten am 01. und 02. Juli 1933 ihr 100 jähriges Jubiläum. Sämtliche Vereine aus dem Kreis Wiedenbrück waren dazu eingeladen und auch fast vollständig erschienen. Am 02. Juli 1933 fand in Verl ein Festumzug mit mehr als 1.000 Schützen statt.

1933 | Künftige Beflaggung der Schulen

Alle Schulen im Kirchspiel Kaunitz mussten Bilder des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Volkskanzlers Adolf Hitler aufhängen. Am Neujahrstag und am Reichsgründungstag (18. Januar)  mussten die schwarz-weiße Hakenkreuzfahne und die schwarz-weiß-rote Reichsflagge an den Schulen aufgehängt werden.

1933 | Nationalsozialistischer-Lehrer-Bund im Amt Verl eingeführt

Die bisher bestehenden Interessenvertretungen der Lehrerschaft, der Amtslehrerverein, der kath. Lehrerverein und der kath. Lehrerinnenverein, wurden am 04. Mai 1933 in den Amtslehrerverein zusammengeführt. Die Leitung des Amtslehrervereins wurde Herrn Linus Greiser übertragen. Auch in Verl etablierte sich der neue Nationalsozialistischer-Lehrer-Bund (NSLB) schnell, so dass bereits im Dez. 1933 alle Lehrkräfte der NSLB angehörten. Die Leitung der Ortsgruppe Verl des NSLB wurde Linus Greiser übertragen. Die bisherigen Lehrerverbände mussten bereits bis zum 15. Aug. 1922 aufgelöst werden.

1933 | Ortsbauernverband wird in Kaunitz gegründet

Am 03. Aug. 1933 wurde der Ortsbauernverband für Kaunitz und Umgebung gegründet.

1934 | Ortsjungbauernstand wird in Kaunitz gegründet

Am 04. Febr. 1934 wurde der Ortsjungbauernstand in Kaunitz gegründet. Die Hauptaufgabe der Ortsjungbauernstände war die kulturpolitische Schulung der Jungbauern.

1934 | Heldengedenkfeier in Kaunitz

Für den Amtsbezirk Verl wurde am 17. März 1934 in Kaunitz eine Heldengedenkfeier abgehalten. Träger der Veranstaltung waren die Ortsgruppe der NSDAP und die Ortsgruppe des Verbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Hauptredner war der kath. Pfarrer Prior, ein ehemaliger Divisionspfarrer. Die Pfarrer aus Kaunitz, Pfarrer Eickhoff, und aus Verl, Pfarrer Häner, waren trotz schriftlicher Einladung nicht erschienen. Dieses Fehlverhalten teilte Amtsbürgermeister Lükewille am nächten Tag dem Landrat in Wiedenbrück mit.

1934 | Milchverwertungsgenossenschaft wird in Kaunitz gegründet

Am 31. März 1934 gründeten zehn Genossen in Kaunitz die Milchverwertungs-Genossenschaft. Aufgabe der Genossenschaft war die Verwertung der Milch auf gemeinschaftliche Rechnung und Gefahr sowie die Versorgung der Mitglieder mit den erforderlichen Bedarfsgegenständen, die für die Gewinnung, Behandlung und Beförderung der Milch benötigt wurden.

1935 | Männerchor Kaunitz feiert 50 jähriges Jubiläum

Der Männerchor Kaunitz feierte am 12. Mai 1935 sein 50 jähriges Jubiläum. Pfarrer Fröhling, Gründer und jahrelanger Chorleiter, der zu diesem Zeitpunkt schon im Ruhestand in Bad Lippspringe lebte, hielt die Festrede. An dem Jubiläumsfest nahmen neben der gesamten Bevölkerung auch Bürgermeister Lükewille und der Kreisleiter der NSDAP, Herr Horn, teil

1935 | Drei Brüder der Familie Rodenbeck als Priester am Altar ihrer Heimatkirche

Pater Leo Rodenbeck, Mitglied des Salesianerordens, feierte am 14. Juli 1935 in seiner Heimatkirche in Kaunitz seine erst heilige Messe. Aus der Familie Rodenbeck sind weitere zwei Brüder Priester geworden, die an diesem Tag gemeinsam mit Pater Leo Rodenbeck die heilige Messe feierten. 

1935 | Freiwillige Feuerwehr Kaunitz feiert 25 jähriges Jubiläum 

Am 18. Aug. 1935 feierte die freiwillige Feuerwehr Kaunitz mit sämtlichen Wehren aus dem Kreis Wiedenbrück sein 25 jähriges Jubiläum im Saal der Gaststätte Liemke in Kaunitz.

1935 | Beflaggung der Schulen nur noch mit der Hakenkreuzfahne

Durch das Reichsflaggengesetz vom 15. Sept. 1935 wurde die Hakenkreuzflagge zur alleinigen Reichs- und Nationalflagge bestimmt. Die Schulen im Kirchspiel Kaunitz mussten die schwarz-weiß-rote Reichsflagge zurückgeben und durften künftig nur noch die schwarz-weiße Hakenkreuzflagge hissen. Die Gemeinden durften bei festlichen Anlässen zusätzlich die Gemeindeflagge hissen.

1936 | Räume für die Hitlerjugend in Kaunitz

In dem stillgelegten Fabrikgebäude am Bahnhof in Kaunitz wurde am Sonntag, den 02. Febr. 1936, ein HJ-Heim eröffnet. Die Einweihungsfeier fand im Saal des Gastwirtes Heinrich Liemke statt. Nach der Einweihungsfeier mit einigen Festrednern marschierte die Hitlerjugend zum neuen Heim und hisste die Hj-Fahne.

1936 | Jungmädchenschar in Kaunitz gegründet

Mit Beteiligung der Schulen wurde am 15. Febr. 1936 die Jungmädchenschar in Kaunitz gegründet. Insgesamt 46 Mädchen traten ein.

1937 | Eine jüdische Familie aus Kaunitz wandert aus

Die jüdische Familie des Viehhändlers Oskar Wiesbrunn wanderte nach Amerika aus.  Am 20. Juni 1937 verließ die Familie Wiesbrunn Kaunitz und fuhr mit dem Schiff "Hamburg" nach  New York. Die Familie Wiesbrunn hatte sich kurz vor dem ersten Weltkrieg zunächst auf der Besitzung Christoph Ameling, Österwiehe Nr. 110 (heute: Fürstenstr. 22), niedergelassen. Anfang der 30iger Jahre verzog die Familie nach Österwiehe 176 (heute: Paderborner Str. 464).

1939 | NSDAP-Ortsgruppen in Bornholte und Österwiehe gegründet

Am 01. Jan. 1939 wurde in Bornholte und Österwiehe (später Ortsgruppe Kaunitz) je eine selbständige Ortsgruppe der NSDAP gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörten Bornholte und Österwiehe zur Ortsgruppe Verl, die bereits 1933 gegründet wurde. 

1939 | Mutterkreuz wird erstmals verliehen

Am Muttertag (21.Mai 1939) wurde allen Müttern über 60 Jahre, die vier oder mehr Kinder hatten, ein Ehrenkreuz verliehen. Es war die erstmalige Verleihung des Mutterkreuzes in Deutschland

1939 | Lebensmittelkarten werden erstmals ausgegeben

Am 29. Aug. 1939 wurde beim Bürgermeister Fünnekenherm in Österwiehe eine Bezugsschein-Ausgabestelle eröffnet. Zweimal in der Woche wurden von 15.00 bis 18.00 Uhr Bezugsscheine für Lebensmittel ausgegeben. Aufgrund des hohen Andrangs wurde an den meisten Tagen bis 21.00 Uhr Lebensmittelkarten ausgestellt. Diese ehrenamtliche Arbeit wurde von den Lehrerinnen Frau Gröne und Frau Temme übernommen.

1939 | Am 01. Sept. beginnt der 2. Weltkrieg

Aus dem Amt Verl wurden im Sept. 1939 insgesamt über 1.400 Einwohner eingezogen. Bereits an den Vortagen waren unerwartet Lebensmittelkarten an die Bevölkerung ausgegeben worden. Textilien waren ab sofort auch bezugsscheinpflichtig.

Die Schulen wurden vorübergehend geschlossen und durften den Unterricht erst wieder aufnehmen, wenn die notwendigen Luftschutzmaßnahmen abgeschlossen waren. Da die meisten Schulen nicht über einen Luftschutzraum verfügten, mussten Schutzgräben ausgehoben werden. Diese Arbeiten wurden von den Schülern selbst ausgeführt und dauerten ca. zwei Vormittage. Der Luftschutzgraben sollte mindestens 1,40 m tief sein. Der ausgehobene Sand wurde zu einer Brustwehr aufgetürmt.

Die Schulen wurden aufgefordert im Herbst Eicheln, Kastanien, Hagebutten und Bucheckern zu sammeln. Hieraus wurde Kraftfutter fürs Vieh, Marmelade und Saft sowie Öl hergestellt. Auch sollten auf allen Kartoffelanbauflächen der Kartoffelkäfer abgesucht werden.

1940 | Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft 

Am 01. Mai 1940 kamen die ersten Zivilpolen nach Österwiehe, die bei den Bauern untergebracht wurden. Sie mussten alle  Arbeiten auf dem Bauernhof und auf den Feldern verrichten.

1940 | Fliegerbomben fallen in Liemke

Am 21. und 22. Juli 1940 wurden von feindlichen Flugzeugen Sprengbomben auf die Grundstücke vom Landwirt Ferdinand Horsthemke, vom Rechtanwalt und Notar Hans Berenbrinker und vom Landwirt Ferdinand Johannliemke geworfen. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt.

1940 | Gefangenenlager in Kaunitz

Anfang August 1940 wurde in Kaunitz, in dem Fabrikgebäude am Bahnhof, ein Gefangenenlager für Franzosen eingerichtet. Jeden Morgen wurden die Gefangenen zu den Bauernhöfen gebracht und Abends wieder abgeholt. Auch dadurch wurden die fehlenden Arbeitskräfte in der Landwirtschaft ersetzt.

1940 | Fliegerbomben fallen in Österwiehe

Am 05. und 6. Oktober 1940 wurden von feindlichen Flugzeugen Sprengbomben auf die Grundstücke vom Landwirt Christian Reckmann, von Josef Reker und vom Landwirt Wittreck geworfen. Personen wurden nicht verletzt. Am Gebäude von Josef Reker entstand jedoch ein erheblicher Sachschaden.

1941 | Hebamme Katharina Eickhoff (verh. Schmidt) in Kaunitz

Die Hebamme Katharina Eickhoff (verh. Schmidt) aus Rietberg erhielt vom Landrat Klein aus Wiedenbrück am 10. März 1941 die Niederlassungserlaubnis. Als Wohnsitz wurde ihr Kaunitz zugewiesen. Von 1941 bis 1971 betreute sie ca. 4.000 Entbindungen, Hausentbindungen und stationäre Entbindungen im St.-Anna Hospital. Im Alter von 85 Jahren verstarb sie 1996 in Kaunitz.

1941 | Heftige Luftangriffe auf Nachbarstädte

Die heftigen Luftangriffe auf die Nachbarstädte Bielefeld, Gütersloh und Paderborn konnte man auch in Kaunitz hören und sehen. Bielefeld erlebte einen besonders heftigen Angriff in der Nacht zum 13. Juni 1941. In der Nacht zum 10. Juli 1941 wurde Gütersloh mit Spreng- und Brandbomben angegriffen.

1941 | Hausschlachtungen nur noch unter bestimmten Voraussetzungen zulässig

Am 25. Okt. 1941 veröffentlichte der Amtsbürgermeister eine Bekanntmachung über die Ausstellung von "Schlachtscheinen für Hausschlachtungen", die nur noch unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt wurden. Es durften nur Schweine geschlachtet werden, die man selbst im eigenen Stall gemästet hatte. Darüber hinaus musste in den letzten drei Jahren im gleichen Umfang geschlachtet worden sein. 

1943 | In Kaunitz wird eine Volksbücherei eingerichtet

1943 | Evakuierte aus Gelsenkirchen werden in Österwiehe untergebracht

Im Nov. 1943 wurden die ersten Evakuierten aus Gelsenkirchen in Familien in Österwiehe untergebracht, weil Gelsenkirchen durch feindliche Flieger sehr stark zerstört worden war.

1944 | Evakuierte aus Aachen kommen nach Kaunitz

Im Sept. 1944 kamen die ersten Evakuierten aus Aachen in Kaunitz an. Die Spitzkrugschule in Österwiehe und die Bredegerdschule in Liemke wurden für ca. eine Woche als Auffangstelle für die Evakuierten genutzt. Anschließend wurden die Evakuierten in Familien, Einzelquartieren und  Behelfsheimen untergebracht. Anfang Dez. wurde die Bredegerdschule nochmals vorübergehend für Evakuierte aus Gelsenkirchen belegt.  Während der Belegungstage fiel der Unterricht aus. Nach Kriegsende kehrten die meisten Evakuierten in ihre Heimat zurück.

1945 | Soldaten der Waffen-SS belegen Schulen in Kaunitz und Österwiehe

Im Jan. 1945 wurden rd. 300 Soldaten der Waffen-SS in der Kaunitzer Dorfschule, der Spitzkrugschule und der Vorbeckschule untergebracht. 

1945 | Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) wird von feindlichen Fliegern angegriffen

Am 03. Febr. 1945, um ca. 16.00 Uhr, wurde ein Güterzug der TWE an der Wapelüberfahrt, kurz vor dem Kaunitzer Bahnhof, von feindlichen Flugzeugen angegriffen. Der Güterzug bestand u.a. aus mehreren Tankwagen, von denen ein Tankwagen mit Rohöl abbrannte. Die anderen Tankwagen konnten glücklicherweise noch abgekoppelt und entfernt werden. Die hohen Flammen und die gewaltige Rauchwolke konnte man von weitem sehen. Ein Mann vom Zugpersonal wurde verwundet, ein Soldat starb an seinen Verletzungen. Am 14. Febr. 1945, um ca. 9,45 Uhr, wurde bei Henkemeier in Hövelriege eine Lokomotive der TWE zerschossen. Da der Bahnverkehr ständig von Fliegern bedroht wurde, stellte die TWE den Tagesverkehr vollständig ein. Nur noch im Schutz der Dunkelheit fuhr morgens und abends ein Zug von Gütersloh nach Hövelhof und zurück.

1945 | Soldaten der Waffen-SS verlassen Kaunitz und Österwiehe

Zunächst wurden am Gründonnerstag noch weitere 100 Saldaten der Waffen-SS von Verl nach Kaunitz verlegt. Die insgesamt  rd. 400 Soldaten sollten die Rückzugsstrecke der Deutschen Truppen sichern, die sich von Lippstadt über Rietberg, Neuenkirchen, Kaunitz, Schloß Holte in Richtung Oerlinghausen zurückzogen. Aber bereits am Gründonnerstagabend erhielt die Kompanie den Befehl sich nach Paderborn in Richtung Wewelsburg in Marsch zu setzen. Am Karfreitag verließen die Soldaten auch die Schulen in Österwiehe. 

1945 | Kaunitz wird von Jagdbombern angegriffen

Am Karfreitag (30.03.1945), in der Zeit von 15,30 bis 16,00 Uhr wurde das Dorf Kaunitz von ca. 20 Jagdbombern angegriffen. Durch  den Abwurf von Phosphor- und Sprengbomben wurden folgende Häuser zum Teil völlig zerstört: 1. Das Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude des Kaufmanns August Degener (Österwiehe 98). 2. Das Wohnhaus des Kaufmanns Heinrich Liemke (Österwiehe 106). 3. Das Wohnhaus des Kaufmanns Wilhelm Starb (Österwiehe 107). 4. Das Behelfsheim des Kaufmanns Josef Brockbals (Österwiehe 92). 5. Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Müllers Stefan Pagenkemper (Österwiehe 115).  6. Das Wirtschaftsgebäude des Landwirtes Josef Palsherm (Österwiehe 116). 7. Der Geräteschuppen von Christoph Vedder Österwiehe 254). Durch Bordwaffenbeschuss wurden drei weitere Wohnhäuser und die Pfarrkirche beschädigt. Die Schule und die Vikarie wurden durch zwei kleinere Sprengbomben beschädigt. Durch eine Sprengbombe wurde der aus Gelsenkirchen nach Kaunitz umquartierte Max Glaser in seiner Wohnung im Haus von August Degener getötet. Dieser Angriff galt wahrscheinlich den 400 Soldaten der Waffen-SS, die jedoch bereits einen Tag vorher (Gründonnerstag) Richtung Wewelsburg abgerückt sind. Bereits Tage zuvor sah man Aufklärungsflugzeuge über Kaunitz.

1945 | Jüdische Frauen aus der KZ-Außenstelle Lippstadt erreichen Kaunitz

Am 30.03.1945 wurde auf Anweisung des KZ-Buchenwald alle Häftlinge aus der KZ-Außenstelle Lippstadt nach Beendigung der Tagesschicht in einer Munitionsfabrik in Lippstadt auf einen "Evakuierungsmarsch" Richtung KZ-Bergen-Belsen geschickt. Am 31. 03.1945 (Karsamstag) erreichten die Jüdischen Frauen in Begleitung von Soldaten der Waffen-SS Kaunitz. Das Zwischenlager in Kaunitz befand sich auf einem freien Feld an der Straße "Zum Furlbach". Aufgrund der unübersichtlichen Lage (amerikanische Panzer erreichten bereits am nächsten Morgen, Ostersonntag, Kaunitz) flüchteten die Soldaten und die jüdische Frauen wurden von den Amerikanern befreit. Eine Gedenktafel an der Straße "Zum Sennebach", die auf Anregung der Anne-Frank-Schule in Gütersloh errichtet wurde, erinnert noch heute an die Befreiung der jüdischen Frauen,  die im KZ-Bergen-Belsen getötet werden sollten.

1945 | Amerikanische Panzer erreichen Ostersonntag Kaunitz

Ostersonntag, am 01.04.1945, gegen 11,30 Uhr, drangen erste amerikanische Panzer, die aus Richtung Neuenkirchen kamen, in Kaunitz ein.  Kurz vor Kaunitz, in Höhe der Delbrücker Str.,  war es noch zu einer Schießerei mit Soldaten der Waffen-SS gekommen, die aus Richtung Delbrück kamen. Bei der Schießerei wurden drei ortsfremde Angehörige der Hitlerjungend, die sich an den Kampf beteiligt haben, erschossen. Die Leichen wurden von den nachfolgenden amerikanischen Transportfahrzeugen mitgenommen.

1945 | Landwirt Johann Maasjost wird Bürgermeister von Kaunitz

Der Landwirt Johann Maasjost aus Österwiehe wurde am 03.04.1945 durch den amerikanischen Kommandanten als Bürgermeister von Kaunitz eingesetzt. Vorrangige Aufgabe des Bürgermeisters war, die rd. 800 jüdische Frauen mit Nahrung, Kleidung und Unterkünften in Kaunitz zu versorgen. Der Bürgermeister wurde unterstützt vom Dorfschullehrer Karl Scheideler, der Caritasschwester Anna Platz und vom gleichnamigen Hilfspolizisten Johann Maasjost.

1945 | Lehrpersonal wird ausgewiesen, Jüdinnen eingewiesen

Am 11.04.1945 um ca. 20.00 Uhr wurde das Lehrpersonal der Kaunitzer Volksschule, Hauptlehrer Scheideler, Lehrerin Frau Pott und Lehrerin Frau Banneberg sowie eine evakuierte Familie mit all ihren Angehörigen  (insgesamt 29 Personen) von einem amerikanischen Major aufgefordert, ihre Wohnungen in der Volksschule Kaunitz innerhalb einer halben Stunde zu verlassen. In den geräumten Wohnungen wurden Jüdinnen untergebracht. 

1945 | Ende des 2. Weltkriegs

Am 08. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation. Der Krieg war zu Ende

1945 | Die Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) fährt wieder nach Hövelhof

Am 02.07.1945 fuhr die TWE erstmals wieder von Gütersloh nach Hövelhof. Zunächst nur morgens und abends, ab 18.02.1946 wurden wieder mehrere Züge täglich eingesetzt.

1945 | Franz Greweling wird neuer Pfarrer in Kaunitz

Am 18.08.1945 wurde Franz Greweling, der bisher Vikar in Friedrichsdorf war, zum neuen Pfarrer in Kaunitz ernannt. Er wurde Nachfolger von Pfarrer Johannes Eickhoff, der beim Einmarsch der Amerikaner am 01.04 1945 verstarb.

1946 | Jahrhunderthochwasser überschwemmt auch Kaunitz 

Im Febr. 1946 kam es nach einer 14-tägigen Frostperiode mit gefrorenem Boden zu ungewöhnlich starken Regenfällen und Tauwetter. Insgesamt fielen im Febr. 1946 das Drei- bis Fünffache des langjährigen mittleren Februar-Niederschlags. Die Ems und die Weser mit ihren Nebenflüssen und Bächen meldeten Extremhochwasser. In der Nacht vom 07. auf den 08. Febr. überschwemmte die Dalke einen Großteil der Stadt Gütersloh. Auch die Wapel, der Sennebach und der Furlbach traten über ihre Ufer und brachten große Wassermassen nach Kaunitz. In der Nacht vom 08. auf den 09. Februar 1949 kam das Wasser mit solcher Gewalt, dass es die Bahngleise der Teutoburger Wald-Eisenbahn an mehreren Stellen in Kaunitz unterspülte und das Dorf im nordöstlichen Teil 15 - 20 cm überflutete. Die Keller liefen voll und die ebenerdigen Räume standen "fußhoch" unter Wasser. Von vielen Äckern in der nähe des Dorfes war der Mutterboden weggeflossen und hatte Wiesen verschlammt.

1946 | In der Dorfschule Kaunitz wird wieder unterrichtet 

In der Dorfschule Kaunitz, die ab April 1945 mit  jüdischen Frauen belegt war, wurde ab  16.01.1946 wieder unterrichtet.

1946 | Der Fußballverein "FC Kaunitz e.V." wird gegründet

Am 01. Juli 1946 wurde der Fußballverein FC Kaunitz gegründet.

1947 | Dr. August Rodenbeckenschnieder wird erster Hausarzt in Kaunitz  

Die erste Hausartzpraxis von Dr. Rodenbeckenschnieder war zunächst in der Fürstenstr. Vier Jahre später wechselte er 1951 in das von ihm an der Holter Str. neu erbaute Wohnhaus mit Arztpraxis. Dr. Rodenbeckemschnieder ("Dr. August") verkörperte den klassischen Landarzt, der die Familien in Kaunitz von den Großeltern bis zu den Enkeln kannte und betreute. So ganz nebenbei betreute er auch, falls erforderlich, deren Vieh. Er verstarb im Alter von 73 Jahren, am 04.05.1980

1947 | Dorf Kaunitz soll Zentrum einer neuen Gemeinde werden

Einwohner der Gemeinde Liemke beantragten am 10. Mai 1947 bei der Amtsverwaltung Verl die Gemeindegrenzen in der Nähe des Dorfes Kaunitz so zu verändern, dass künftig Kaunitz im Zentrum der neu zu bildenden Gemeinde liegt. Obwohl der Amtsdirektor des Amtes Verl und der Landrat des Kreises Wiedenbrück den Grenzänderungsantrag befürworteten sah der Regierungspräsident Drake zunächst keine Möglichkeit, das gewünschte Grenzänderungsverfahren durchzuführen. Andere Themen wie z. B. Ostflüchtlinge, Zwangsevakuierungen durch die Besatzungsmächte, Industriedemontage, Agrarreform und Währungsreform haben zunächst Vorrang. 

1948 | Neue Turmuhr an der Kaunitzer Kirche

Der Kirchturm zeigte sich Christi Himmelfahrt (06.05.1948) zum ersten Male mit den drei Zifferblättern der neuen Turmuhr.

1948 | Währungsreform in Deutschland

Am Tag der Währungsreform, am 20.06.1948, erhielten auch in Kaunitz jeder Einwohner anstelle der Reichsmark eine "Kaufquote von 60 DM, von denen 40 DM sofort und weitere 20 DM im August ausgezahlt wurden.

1949 | Eröffnung der Gemeindebücherei in Kaunitz

Die Gemeindebücherei in Kaunitz wurde am 05.02.1949 wieder eröffnet und von dem Lehrer der Dorfschule Kaunitz, Wenzel Malkowski, ehrenamtlich geleitet. 1951 hatte die Bücherei einen Bestand von rd. 400 Büchern, die gern von den Familien ausgeliehen wurden.

1950 | Erste Zahnarztpraxis in Kaunitz

Irene Henkemeier aus Hövelriege eröffnete ihre erst Zahnarztpraxis in den Räumen des Hauses Berenbrinker (heute Vollmer) am alten Bahnhof in Kaunitz. 1953 heiratet sie den Zahnarzt Clemens Heuckmann und bezog mit ihm das Eigenheim mit integrierter Arztpraxis an der Fröbelstr. Die Räumlichkeiten der Arztpraxis werden noch heute von den Zahnärztinnen Dr. Maria Esken und Dr. Claudia Stolp-Menzel genutzt.

1950 | Die bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Kaunitz kehrt zurück

Nach der Zerstörung des Gebäudes des Geschäftsführers Degener durch einen Fliegerangriff am 30.03.1945 wurde die bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Kaunitz für rd. vier Jahre nach Hövelriege in die Mühle Henkemeier verlegt. Nach Fertigstellung des neuen Geschäftshauses Degener an der Holter Str. kehrt die bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Kaunitz im August 1950 nach Degener zurück. 

1950 | Grundsteinlegung für die Kaunitzer Filialkirche St. Joseph in Liemke

Am 24.09.1950 wurde für die neue Kaunitzer Filialkirche St. Joseph in Liemke der Grundstein gelegt. Die Grundsteinlegung wurde vom Generalvikar Dr. Friedrich Maria Rintelen aus Paderborn vorgenommen. Hierbei wurde er unterstützt von den Geistlichen der Kirchengemeinde Kaunitz, Pfarrer Franz Greweling, Vikar Ignatz Störmann und Vikar Georg Hoffmann.

1950 | Großbrand im Fabrikgebäude am Bahnhof

In der alten Kaunitzer Metallwarenfabrik am Bahnhof arbeitete nun die Fa. Köchling und Musler. Sie fertigten dort Hausschuhe. Am 05.10.1950 brach ein Großbrand aus. Durch die gelagerten Materialien flammte das Feuer immer wieder auf. Die Feuerwehr benötigte 4 Tage um das Feuer endgültig zu löschen und aufzuräumen. Das Gebäude wurde schwer beschädigt.

1950| 50 Jahre "Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Kaunitz"

Am 28.10.1950 feiert die Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Kaunitz ihr 50 jähriges Bestehen. Sie war für die positive Entwicklung der heimischen Landwirtschaft von großer Bedeutung.

1951 | Die Pfarrkirche Kaunitz erhält eine neue Empore und eine neue Orgel

Am 28.01.1951 wurde die neue Empore einschließlich neuer Orgel im Rahmen einer Feierstunde eingeweiht. Die neue Orgel wurde von der Orgelbauanstalt Anton Feith aus Paderborn gebaut und erhielt 21 klingende Register.

1951 | Drei Brüder der Familie Dalkmann als Priester am Altar ihrer Heimatkirche 

Große Freude herrschte am 08.07.1951 in der Pfarrgemeinde Kaunitz, als drei Brüder der Familie Dalkmann, nämlich Johann, Hubert und Franz Dalkmann gemeinsam ihre erste Messe in ihrer Heimatkirche feierten. Hubert und Franz wurden am 29.06.1951 in Benediktbeuren (Bayern) zu Priestern geweiht, Johann Dalkmann bereits 1943.

1952 | Filialkirche St. Josef in Liemke wird eingeweiht

Am 29.06.1952 hat Weihbischof Augustinus Baumann die neuerbaute Filialkirche St. Josef in Liemke eingeweiht. Das Richtfest konnte bereits am 14.05.1951 gefeiert werden. Die Seelsorge oblag den Vikaren aus Kaunitz.

1952 | Erneut einen Antrag zur Bildung einer Gemeinde Kaunitz gestellt.

Nach 1947 stellten am 04.01.1952 drei Mitglieder der Gemeindevertretung Liemke und vier Mitglieder der Gemeindevertretung Österwiehe erneut einen Antrag zur Bildung einer Gemeinde Kaunitz. Wie 1947 hatte auch dieser Antrag keinen Erfolg. Der Regierungspräsident empfahl den Gemeindevertretern nach Erlass der neuen Gemeindeordnung einen neuen Antrag zu stellen. 

1952 |  Das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg

Das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg feierte man in den Festzelten beim Festwirt Otto Lauströer am 19., 20. und 21. Juli 1952. Schützenkönig wurde der Molkereibesitzer Bernhard König, Schützenkönigin Martha Potthoff. Das vorherige Königspaar Heinrich Pagenkemper und Anna Vorderbrügge hatte 13 Jahre regiert, von 1939 bis 1952. 

1954 | Pater Josef Dresselhaus feiert das Primizamt in seiner Heimatkirche

Am 25.07.1954 feierte Pater Josef Dresselhaus von den Weißen Vätern, der am 10. Juni 1954 in Schottland die Priesterweihe empfangen hat, in seiner Heimatkirche in Kaunitz das Primizamt. 

1955 | Das alte Spritzenhaus wird abgerissen

Hierbei handelte es sich um ein Gebäude, welches mit einem Stellplatz für die Wasserspritze und zwei Arrestzellen auf dem Gelände der heutigen Tankstelle stand. Ein neues Feuerwehrgerätehaus stellte Kaufmann und Gastwirt Heinrich Liemke der Gemeinde Österwiehe zur Verfügung.

1955 | Neue Filialkirche in Österwiehe/Spitzkrug beantragt

Mit Schreiben vom 06.12.1955 beantragten mehrere Einwohner aus Österwiehe den Bau einer Filialkirche auf einem Teil des Schulgeländes neben der Spitzkrugschule. Der Rat der Gemeinde Österwiehe erklärte in seiner Sitzung am 07.02.1956 die grundsätzliche Bereitschaft, den Kirchbau neben der Spitzkrugschule zu unterstützen. Am 24.04.1956 beschloss der Rat der Gemeinde Österwiehe eine Stellungnahme von der Bezirksregierung Detmold einzuholen. Es sollte geklärt werden, ob und unter welchen Bedingungen die Abgabe von Schulland für den Kirchbau genehmigt wird.

1956 | Die Freiwillige Feuerwehr Kaunitz erhält ihr erstes Tanklöschfahrzeug

Am 4. Februar 1956 erhielt die freiwillige Feuerwehr Kaunitz aus der Hand von Amtsbürgermeister Vorderbrüggen ihr erstes Tanklöschfahrzeug, einen Mercedes-Benz. Außerdem wurde ein Mercedes Mannschaftswagen angeschafft.

1956 | Erneute Renovierung der Marienkirche 

Grund für die Renovierung war, dass man auch bei mäßig besetzter Kirche von hinten nur den oberen Rand des Tabernakels sehen konnte und somit dem Geschehen am Altar kaum folgen konnte. Der Hauptaltar wurde deutlich höher gelegt und damit besser in das Blickfeld der Kirchenbesucher gesetzt. Zusätzlich wurde die Pfarrkirche unter der Leitung des Kirchenmalers Fred Eckersdorf (Meschede) von heimischen Handwerkern völlig neu ausgemalt. Die Wände und das Gewölbe wurden (leider) von den altertümlichen überladenen Malereien befreit und strahlen nun im hellen weiß. Das Fenster in der Mitte des Chorraumes mit Maria Immaculata wurde schon in der Zeit von Pfarrer Fröhling zugemauert. Auf diese Wand wurde der wiederkehrende Jesus gemalt. Das Ganze in einem dem Zeitgeist entsprechenden Stil. Im Längsschiff wurden vier neue Fenster eingesetzt und die beiden Fenster im Chorraum erneuert.

1959 | Neues Ehrenmal in Liemke eingeweiht

Am 15.11.1959 wurde das Liemker Ehrenmal zum Gedenken der Toten der zwei Weltkriege eingeweiht. Es ist ein 6,40 m hohes Steinkreuz, das der Bildhauer Bruno Buschmann aus Oerlinghausen hergestellt hat.

1959 | Straßennamen werden in Österwiehe eingeführt

Der Rat der Gemeinde Österwiehe fasste im Dez. 1959 den Beschluss, Straßennamen einzuführen.

1960 | Die St. Hubertus Schützenbruderschaft wählt einen neuen Brudermeister

Nachdem der bisherige Brudermeister Josef Alpmann das Amt zur Verfügung gestellt hatte, wurde der Fabrikant Heinrich Füchtenschnieder neuer Brudermeister der St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz.

1960 | 50jähriges Jubiläum der Feuerwehr und ein neuer Löschzugführer

Am 18. und 19.Juni feierte die freiwillige Feuerwehr Kaunitz ihr 50 jähriges Jubiläum.
Am 01.07.1960 wurde Alois Pagenkemper zum neuen Brandmeister und Löschzugführer ernannt.

1960 | "Wibo" wird König in Steinhorst

Der Kaunitzer Schützenbruder Josef Wittenborg errang die Königswürde in Steinhorst. Seitdem besteht eine große Freundschaft zwischen den Kaunitzer und Steinhorster Schützen. Seither besuchen sich die beiden Schützenvereine Jahr für Jahr zu den jeweiligen Schützenfesten.

1960 | Erster Geflügelgroßmarkt im Hof der Gaststätte Liemke.

Am 09. Mai 1960 fand im Hof von Gastwirt Heinrich Liemke in Kaunitz der erste Geflügelgroßmarkt statt. Dieser Absatzmarkt war erforderlich, weil Österwiehe und sein Umland seit den 30iger Jahren eine Hochburg der Geflügelzucht war. Federvieh und Eier bildeten die Existenzgrundlage vieler Landwirte und nebenberuflichen Züchter.

1960 | Die Filialkirche St. Josef Liemke bekommt einen eigenen Geistlichen.

Am 20.03.1960 übernahm Vikar Karl Tomulka die Filialkirche St. Josef in Liemke und bezog als erster Geistlicher die neben der Kirche erbaute Vikarie. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Vikare aus Kaunitz für die Seelsorge in Liemke zuständig. Zum 01.01.1964 wurde im Gebiet der Pfarrgemeinde Kaunitz die neue Filialkirchengemeinde St. Josef Liemke mit eigener Vermögensverwaltung eingerichtet.

1960 | Der Neubau der Spar- und Darlehnskasse Kaunitz wird eingeweiht

Am 04.11.1960 wurde der Neubau der Spar- und Darlehnskasse Kaunitz (heutige Volksbank) eingeweiht.

1961 | Erster Eiergroßmarkt in Kaunitz

Am 31.07.1961 fand auf dem Hof des Gastwirtes Heinrich Liemke der erste Eiergroßmarkt statt.

1962 | Bilder, fotografiert aus dem Kirchturm der Kaunitzer Kirche

Lehrer Heinz Tewes hat 1962 drei Fotos aus dem Kirchturm der Kaunitzer Kirche erstellt.

1962 | Die Gemeinde Österwiehe führt die Müllabfuhr ein

Zum 01.01.1962 führte die Gemeinde Österwiehe die "staubfreie" Müllabfuhr ein.

1962 | Schützen bauen  Kleinkaliberschießstand am Kaunitzer Krug um.

Die St. Hubertus Schützenbruderschaft beschloss den aus dem Jahre 1937 stammenden Kleinkaliberschießstand mit zwei 50 Meter Bahnen am Kaunitzer Krug zu einem 4 mal 10 Meter Luftgewehrschießstand umzubauen.

Der neue Schießstand wurde am 3. Juni 1963 eingeweiht.

1963 | Die Kaunitzer Molkerei König schließt

Die Kaunitzer Molkerei stellte ihren Betrieb am 14.07.1963 ein,  weil die Rentabilität des Betriebes nicht mehr gegeben ist.

1963 | Wechsel im Küster- und Organisten-Amt an St. Marien

Egon Bokel übernahm die Ämter des Küsters, des Organisten und Chorleiters in der Kaunitzer Kirchengemeinde von seinem Vater Georg.

1963 | Neue Standarte für die Feuerwehr

Die alte Standarte war beim Luftangriff auf Kaunitz Ostern 1945 verbrannt. Nun, am 17. November erhielt die Feuerwehr Kaunitz eine neue Standarte

1963 | Mit dem Bau einer neuen Schule wird begonnen

Mit dem Bau der neuen sechsklassigen Volksschule zuzüglich Schulküche und Werkraum (insgesamt 8 Klassenräume) und der Turnhalle wurde 1963 begonnen. Das Grundstück an der damaligen Rosenstr. (heute Fröbelstr.) wurde im Febr. 1962 vom Landwirt Otto Maasjost gekauft. Am 01.04.1965 wurde die neue Volksschule eröffnet. Das Richtfest wurde am 21.01.1964 gefeiert.

1964 | Die Feuerwehr bekommt ein neues Zuhause

Die freiwillige Feuerwehr Kaunitz bezog zwei beheizbare zusammenhängende Garagen auf dem Gelände von Heinrich Liemke als Feuerwehrgerätehaus.

1964 | Der Rat der Gemeinde Österwiehe beschließt den Bau einer Markthalle

Am 01.06.1964 beschloss der Rat der Gemeinde Österwiehe den Bau einer Markthalle auf dem von Frau Caroline Lauströer erworbenen Grundstück in der Dorfmitte von Kaunitz. Im Sept. 1964 wurde mit dem Hallenbau begonnen, am 30. Jan 1965 konnte  Richtfest gefeiert werden. Bereits weit vor der offiziellen Einweihung am 01.04.1966 fanden dort  die ersten Märkte statt.

1964 | Vogelschießen findet nicht mehr bei Pagenkemper statt

Aus Sicherheitsgründen wurde das Vogelschießen nicht mehr auf Pagenkempers Holzplatz durchgeführt. Beim Schützenfest 1964 fand das Vogelschießen erstmalig auf dem Gelände der Gaststätte Otto Lauströer statt

1964 | Gemeinde Liemke wird in Gemeinde Schloß Holte umbenannt

Am 28.10.1964 wurde die bisherige Gemeinde Liemke offiziell nach Ihrer Post (1864) und ihrem Bahnhof (1901) in Schloß Holte umbenannt.

1964 | Namensänderung, aus Österwiehe soll Kaunitz werden

Die CDU-Fraktion des Gemeinderates der Gemeinde Österwiehe stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt "Änderung des Gemeindesnamens Österwiehe" auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 10. Dez. 1964 zu setzen. Anlass für diesen Tagesordnungspunkt war die Namensänderung der Gemeinde Liemke in "Schloß Holte". Nach längerer Diskussion beschloss der Gemeinderat Österwiehe den Namen der Gemeinde in "Kaunitz" zu ändern, sobald eine Grenzbegradigung umgesetzt werden konnte. Es wurde ein Ausschuss gebildet, bestehend aus Bürgermeister Potthoff und den Ratsherren Brink, Maasjost, Mersch und Wiszniewski. Der Ausschuss wurde beauftragt, mit den Gemeinden Bornholte und Schloß Holte Verhandlungen aufzunehmen mit dem Ziel der Änderung der bestehenden Gemeindegrenzen.

1965 | Die St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz begeht ihr 40jähriges Bestehen.

1965 | Die Geflügelausstellung findet erstmalig in der neuen Ostwestfalenhalle statt

Noch vor der offiziellen Einweihung der Ostwestfalenhalle zeigen die Kaunitzer Geflügelzüchter erstmals ihre Tiere in der neuen Ostwestfalenhalle.

1965 | Die neue Volksschule wird in Betrieb genommen

Am 01.04.1965 wurde die neue sechsklassige Volksschule zuzüglich Schulküche, Werkraum, Turnhalle und Verwaltungsgebäude an der Rosenstr. (heute: Fröbelstr.) eröffnet. Die alte vierklassige Dorfschule Kaunitz, gegenüber der jetzigen Volksbank, wurde zeitgleich geschlossen. Die offizielle Einweihung der neuen Volksschule erfolgte 22.04.1965.

1965 | Die Erzeugergemeinschaft Kaunitz e.V. wird gegründet

Am 26.08.1965 wurde die "Erzeugergemeinschaft Kaunitz e.V," gegründet. Ziel der Erzeugergemeinschaft ist die Förderung des Absatzes landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insbesondere Geflügel und Eier.

1965 | Der Zweckverband "Geflügel- und Eiergroßmarkt Kaunitz" wird gegründet.

Am 08.11.1965 gründen die Gemeinde Österwiehe und die Erzeugergemeinschaft Kaunitz e. V. einen Zweckverband "Geflügel- und Eiergroßmarkt Kaunitz", der Träger der neuen Ostwestfalenhalle wurde. Der Zweckverband bestand aus  8 Vertretern der Gemeinde Österwiehe und 7 Vertretern der Erzeugergemeinschaft, die zusätzlich den Geschäftsführer stellt. Der Zweckverband wurde mit Wirkung vom 01.01.1977 aufgelöst und die Gemeinde Verl wird alleiniger Träger der Ostwestfalenhalle.

1966 | Die Ostwestfalenhalle wird eingeweiht.

Die Ostwestfalenhalle als Markthalle war die Konsequenz aus dem Erfolg der Eier- und Geflügelgroßmärkte auf dem Hof der Gaststätte Liemke. Sie wurde unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste am Samstag, den 02.04.1966 eingeweiht. Der Hallenbau kostete rd. 1 Mio. DM. Die Finanzierung erfolgte durch das Land NRW (300.000,00 DM), den Kreis Wiedenbrück (heute Kreis Gütersloh =100.000,00 DM) und durch 75 Mitglieder der Erzeugergemeinschaft Kaunitz e.v., die sich mit jeweils 2.000,00 DM beteiligten (150.000,00 DM). Den verbleibenden Betrag (r. 450.000,00 DM) übernahm die Gemeinde Österwiehe.

1966 | Erster Hobbymarkt in Kaunitz

Auf Anregung des Vorstandsmitglieds Ferdinand Meier Johannliemke beschloss der Träger der Ostwestfalenhalle, der Zweckverband Geflügel- und Eiergroßmarkt Kaunitz, einen Kleintiermarkt für Kaninchen, Vögel und Geflügel für Hobbytierhalter auszurichten. Der Markt erhielt den Namen Hobbymarkt und fand erstmals am 04.06.1966 statt. Der Hobbymarkt, der jeden ersten Samstag im Monat stattfindet, wurde ein voller Erfolg. An "Spitzentagen" sind über 500 Händler und bis zu 40.000 Besucher anwesend. In guten Jahren drängten sich über eine Viertelmillionen Besucher auf dem Gelände um die Ostwestfalenhalle Kaunitz.

1966 |  Neupriester Johannes Erichlandwehr feiert seine Heimatprimiz

Der Neupriester Johannes Erichlandwehr, Sohn der Eheleute Johannes und Elisabeth Erichlandwehr, Fasanenweg 30, feierte am 03.07.1966 in der Pfarrkirche Kaunitz seine Heimatprimiz. Er war am 30.06.1966 durch Weihbischof Julius Angerhausen in Essen zum Priester geweiht worden.

1966 | Erstes Schützenfest in und an der Ostwestfalenhalle in Kaunitz

Das Schützenfest findet seit diesem Jahr in und um die Ostwestfalenhalle statt.

1966 | Alte Kaplanei in Kaunitz wird abgerissen

Im August 1966 wurde die alte Kaplanei neben der Kirche abgerissen. Auf dem Grundstück steht heute das Pfarrheim.

1966 | Der Tennisclub Kaunitz wird gegründet

Am 29.08.1966 gründeten 14 Mitglieder den Tennisclub Kaunitz. Zum 1. Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Piepenbrock gewählt. Der Spielbetrieb fand in der Ostwestfalenhalle statt.

1967 | Neues Schieferdach für den Kirchturm in Kaunitz

Der Kirchturm der Kirche in Kaunitz erhielt ein neues Schieferdach und die Außenwände des Kirchturms wurden neu gestrichen.

1967 | Bewaffneter Raubüberfall in Kaunitz

Zwei bewaffnete Bankräuber überfielen am 05.09.1967 die Zweigstelle der Kreissparkasse Wiedenbrück an der Paderborner Str. in Kaunitz. Sie erbeuteten rd. 41.000,00 DM. Der Zweigstellenleiter, Josef Mersch, wurde mit vorgehaltener Pistole gezwungen, das Geld herauszugeben.

1967 | Erstes Klärwerk in Kaunitz

Nach 18 Monaten Bauzeit konnte am 08.12.1967 das Gemeinschaftsklärwerk der Gemeinden Bornholte und Österwiehe an der Marienstr. in Kaunitz (heute Gartenabfallannahmestelle) in Betrieb genommen werden. Am 18.04.1967 fand das Richtfest statt.


1968 | Alois Pagenkemper wird Amtsbrandmeister des Amtes Verl

 Am 11. Juni wurde Alois Pagenkemper neuer Amtsbrandmeister des Amtes Verl. Zum neuen Kaunitzer Brandmeister und Löschzugführer wurde Heinz Pagenkemper ernannt.

1968 | Die große Politik hält Einzug in die Ostwestfalenhalle

Am 18. Juni 1968 sprach Bundesfinanzminister Franz-Josef Strauß vor über 2.500 Zuhörern in der Ostwestfalenhalle. Er war mit einem Hubschrauber auf dem Kaunitzer Sportplatz gelandet und wurde dort von Landrat Paul Lakämper begrüßt.

1969 | Bruderschaftstag erstmals in Kaunitz

Erstmals in der Kaunitzer Ostwestfalenhalle fand der Bruderschaftstag des Bezirksverbandes Wiedenbrück im BHDS statt. 800 Schützen aus den 19 Bruderschaften und Gilden des Bezirkes füllten die Halle. Das Referat an diesem Tag hielt der Hochmeister des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften, Dr. Maximilian Graf Spee.

1969 | Das 2. vatikanische Konzil hat auch Auswirkungen auf St. Marien 

Nach den Beschlüssen des 2. vatikanischen Konzils sollten ab diesem Jahr die Priester die heilige Messe mit dem Gesicht zu den Gläubigen zelebrieren. Um dieses um zu setzten, ließ Dechant Greweling den Altar provisorisch mit Holzstufen und Holzpodesten umbauen. Ein zusätzlicher Altar aus Holz machte es den Priestern möglich das Messopfer in Richtung der Gottesdienstbesucher dar zu bringen. 

1969 | Schulverband Kaunitz wird aufgelöst

Am 13.10.1969 fand die letzte Sitzung des Schulverbands Kaunitz statt, der 1890 gegründet wurde. Dem Schulverband Kaunitz gehörten die Gemeinden Bornholte, Österwiehe und Schloß Holte (früher Liemke) an. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurde der Schulverband mit Wirkung zum 01.01.1970 aufgelöst.

1969 | Ende des Jahres wird die alte Gemeindeordnung zu Grabe getragen

Mit dem Ende des Jahres 1969 hören die alten Gemeinden Verl, Bornholte, Österwiehe, Sende und Liemke auf zu existieren. Auch das Amt Verl ist Geschichte. Sie alle sind Opfer der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen geworden. 

1970 | Verl wird Großgemeinde

Mit der kommunalen Gebietsreform zum 1. Januar 1970 begann im Verler Land eine neue Epoche der politischen Entwicklung. Aus dem Amt Verl entstand die Großgemeinde Verl. Diese setzte sich aus den früheren Gemeinden Verl, Bornholte, Österwiehe und Teilen von Sende und Schloss Holte zusammen. Für Planung und Entwicklung der Großgemeinde war ab jetzt der Gemeinderat Verl als zentrales Gremium zuständig. Die CDU erreichte bei der ersten Kommunalwahl im März 1970 die absolute Mehrheit und stellte mit Hermann Dreismann den ersten Bürgermeister.

1970 | Brieftaubenverein "Vergißmeinnicht Kaunitz" feiert 50-jähriges Jubiläum

Der Brieftaubenverein "Vergißmeinnicht Kaunitz feiert im Januar 1970 sein 50-jähriges Bestehen.

1970 | Schulleiter a.D. Josef Alpmann verstirbt im Alter von 74 Jahren

Josef Alpmann verstarb im April 1970. Er war von 1951 bis zu seiner Pensionierung am 31.03.1961 Schulleiter der Volksschule Kaunitz und Chorleiter des Männergesangsvereins Kaunitz.

1970 | Volksschule Kaunitz wird Grundschule

Die bisherige Volksschule, zuständig für Kinder von der 1. bis zur 9. Schulklasse, wurde mit Wirkung zum 01.08.1970 zu einer Grundschule abgebaut. Die Jahrgänge ab der 5. Klasse wurden der Hauptschule Verl zugewiesen.

1971 | Pfarrer Franz Greweling wird von Pfarrer Walter Schütte abgelöst

Pfarrer Franz Greweling aus Wiedenbrück wurde 1945 Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Johannes Eickhoff. Am 10.07.1971 wurde Ehrendechant Franz Greweling im Alter von 75 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Zeitgleich wurde Vikar Walter Hussock, der nach seiner Priesterweihe am 24.08.1963 seine erste Stelle in Kaunitz angetreten hatte, nach Elsen (bei Paderborn) versetzt. Pfarrer Walter Schütte aus Bad Westernkotten wurde am 15. Aug. 1971 neuer Pfarrer in Kaunitz. Er machte sich besonders um die Jugendarbeit sowie um die Arbeit mit der Frauengemeinschaft verdient.

1971 | Erster Weihnachtsmarkt in der Ostwestfalenhalle

Am 11. und 12.12.1971 fand der erste Weihnachtsmarkt in der Ostwestfalenhalle statt. An den zwei Tagen wurden rd. 10.000 Besucher gezählt.


1972 | Heinz Meermeier wird neuer Brudermeister

Nach 12 Jahren an der Spitze der Bruderschaft stellte der Brudermeister Heinrich Füchtenschnieder in der Jahreshauptversammlung vom 8. Januar 1972 sein Amt zur Verfügung. Weil sein Rücktritt sehr überraschend kam, wurden die Neuwahlen erst im April auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung durchgeführt. Hier wurde der stellvertretende Brudermeister Heinz Meermeier zum Nachfolger von Heinrich Füchtenschnieder gewählt. Der Schützenbruder Josef Lakämper wurde zum stellvertretenden Brudermeister gewählt.

1972 | Firma Ottemeier siedelt sich im Kaunitzer Gewerbegebiet an

Firmengründer Rudolf Ottemeier fing 1958 im Firmensitz an der Paderborner Straße mit Kragenstäbchen für die Textilindustrie an. In den nächsten Jahren wuchs die Zahl der renomierten Kunden und erste Werkzeuge wurden gefertigt. Dieses hatte zur Folge, dass die bisherigen Räumlichkeiten zu klein wurden. Am Kapellenweg entstand der erste Neubau von 1080 qm. Die Fläche hat sich innerhalb von rd. 50 Jahren verzehnfacht.

1972 | Der Kinderchor Kaunitz wird gegründet

Küster und Organist Egon Bokel gründete am 21.06.1972 den Kinderchor Kaunitz mit dem Ziel, Nachwuchs für die besehenden Chöre auszubilden. Für den Kinderchor Kaunitz wurden 72 Kinder angemeldet.

1972 | Erste Grasbahnrennen in Österwiehe

Die größte Grasbahn in NRW wurde vom Motor-Sport-Club Verl an der Wapel, in der Nähe der Gaststätte Spitzkrug, angelegt. Rund 10.000 sportbegeisterte Zuschauer verfolgten das erste Grasbahnrennen am 17.07.1972 auf der Weide des Landwirtes Alois Meiertokrax.

1973 | Erster Kindergarten in Kaunitz wird eingeweiht

Nachdem der Bau des Kindergartens fertiggestellt war, wurde er am 20.08.1973 eingeweiht. Erste Leiterin der dreigruppigen und für 90 Kinder konzipierten Einrichtung war Renate Nicklas. Anfangs einfach Kindergarten Kaunitz genannt, erhielt dieser später den Namen “Kleine Strolche“.

1973 | Metallbau Graute zieht ins Gewerbegebiet Kaunitz

An der Straße Zur Alten Wiese, schräg gegenüber der Schuhfabrik, von den Kaunitzern liebevoll Puschenbude genannt, ließ Firmengründer Johann Graute eine erste Hallen zur Herstellung von Haustüren und Fenstern bauen. Diese neue Halle wurde erforderlich, weil der alte Kükenstall, in dem die ersten Elemente gefertigt wurden, längst nicht mehr genügend Platz bot.

1973 | Neubau des Kath. Pfarrheimes Kaunitz

Mit dem Bau des neuen Pfarrheimes wurde am 25.06.1973 begonnen. Am 21.07.1973 war Grundsteinlegung und bereits am 12.08.1973 wurde Richtfest gefeiert. Die Einweihung des neuen Pfarrheimes erfolgte am 23. Dezember 1973, obwohl noch einige Ausstattungsgegenstände fehlten.

1975 | Kaunitzer Ortsdurchfahrt wird neu gestaltet

Die Paderborner Straße wurde in ihrem Verlauf durch Kaunitz begradigt. Bei dem großzügigen Ausbau und dem vorausgegangenen Abriss der Gastwirtschaft Nordbrock–Schnittker und der alten Volksschule ging auch ein Teil der alten Dorfromantik verloren. Für das immer größer werdende Verkehrsaufkommen war diese Maßnahme jedoch notwendig und weitsichtig.

1975 | Kaunitzer wird ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Verl

Josef Lakämper gehörte schon 1970 der ersten Gemeindevertretung an und wurde im gleichen Jahr Vorsitzender des neuen großen CDU-Ortsverbands Verl. In der ersten Sitzung nach der Kommunalwahl wählte der Rat der Gemeinde Verl am 15.05.1975 Ratsmitglied Josef Lakämper aus Kaunitz  zum ehrenamtlichen Bürgermeister. Damit stand Josef Lakämper an der Spitze der politischen Gemeinde Verl, die er auch nach außen repräsentierte. Er wurde Nachfolger von Hubert Hermwille.

1975 | St. Hubertus-Schützenbruderschaft Kaunitz feiert 50 jähriges Jubiläum

Eingeleitet wurde das Jubiläumsjahr mit der Fahnenweihe in der Vorabendmesse, am 4. Januar. Nach dem Festhochamt ging es mit der Jahreshauptversammlung im Festsaal des Hauses Liemke weiter. Hier wurden die drei noch lebenden Gründungsmitglieder, Johann Balsliemke, Wilhelm Starb und Hermann Pähler v. d. Holte für ihre 50jährige Mitgliedschaft geehrt. Zum großen Jubiläumsfest, das vom 19-21 Juli gefeiert wurde, waren 13 Gastvereine sowie 8 Musikvereine und Trommlercorps geladen. Höhepunkt war der Festmarsch am Sonntag, bei dem Generaloberst Ewald Füchtjohann über 1000 Schützen unter seinem Kommando hatte. Mittelpunkt des Festzuges war die glanzvoll geschmückte Königskutsche vom Königspaar Georg Setter und Gertrud Kirschbaum. Ein prachtvolles Bild gab auch der Omnibus-Carbriolet mit allen Ex Majestäten an Bord ab. Am Schützenfestmontag durfte Brudermeister Heinz Meermeier dann Vogelbauer Alfons Hemschemeier zum Kaiserschuss gratulieren. Er erkor Waldtraud Johannliemke zu seiner Mitregentin. Das Jubiläumsfest war eine herausragende Veranstaltung.

1975 | Ein Kaunitzer Wahrzeichen, die "Alte Volksschule" wird abgerissen

Die Volksschule Kaunitz, besehend aus zwei Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen wurde 1892 gebaut, 1915 um zwei Klassenräume und einer Lehrerwohnung erweitert. Sie war bis 1963 in Betrieb. Für kurze Zeit (1969/70) wurden nochmals mehrere Grundschulklassen dort untergebracht. Danach wurde es still in den Räumen. Am 08.12.1975 wurde mit den Abrissarbeiten begonnen.

1976 | Bäckerei Schumacher mit neuem Standort

Die ursprünglich an der Kirchstraße beheimatete Bäckerei Schumacher zog 1976 an den Fürst Wenzel Platz. Hier eröffneten die Inhaber Ruth und Rudi Schumacher einen SB-Markt mit Backstube.

1976 | Kolpingfamilie Kaunitz feiert 50-jähriges Jubiläum

Die Kolpingfamilie Kaunitz feierte am 10.10 1976 ihr 50-jähriges Bestehen. Sie wurde am 24.10.1926 als Kath. Gesellenverein Kaunitz gegründet.

1976 | Der Zweckverband "Ostwestfalenhalle Kaunitz" wird aufgelöst

Am 22.11.1976 beschloss die Zweckverbandsversammlung, dass der Zweckverband "Ostwestfalenhalle Kaunitz", der Nachfolger des Zweckverbands "Eier- und Geflügelgroßmarkt Kaunitz" war, mit Wirkung zum 01.01.1977 aufgelöst wird. Die Aufgaben des Zweckverbandes wurden von der Gemeinde Verl übernommen.

1977 | Der Verein "Friedhofskapelle Kaunitz e.V." wird gegründet.

In Kaunitz wurde am 07.09.1977 der Verein "Friedhofskapelle Kaunitz e.V." gegründet. Ziel des Vereins ist, eine Friedhofskapelle zu errichten und zu betreiben. 

1978 | Gerhard Potthoff erhält das Bundesverdienstkreuz

Der ehemalige Bürgermeister der früheren Gemeinde Österwiehe erhielt aus der Hand des Landrates Paul Lakämper am 18.04.1978 das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine kommunalpolitischen Verdienste und seine Verdienste um das Kaunitzer Marktwesen. 

1978 | Die letzte Fahrt des TWE-Personenzugs von Gütersloh nach Hövelhof

Am 31.10.1978 fuhr der TWE-Personenzug zum letzten mal die Strecke von Gütersloh nach Hövelhof. Autobusse haben den Personenverkehr vollständig übernommen.

1979 | Brieftaubenverein "Alte Freunde Kaunitz" wird gegründet.

In Kaunitz wurde am 17.06.1979 der Brieftaubenverein "Alte Freunde Kaunitz" gegründet. Der Verein wurde von ehemaligen Mitgliedern des Brieftaubenvereins "Vergißmeinnicht Kaunitz" gegründet. Der Brieftaubenverein "Vergißmeinnicht Kaunitz" wurde aufgeteilt, weil dieser zu groß wurde.

1979 | Ferdinand Johannliemke erhält das Bundesverdienstkreuz

Der frühere Amtsbürgermeister Ferdinand Johannliemke erhielt am 09.11.1979 aus der Hand des Landrates Paul Lakämper für seine kommunalpolitischen Verdienste und seine Verdienste um das Kaunitzer Marktwesen das Bundesverdienstkreuz am Bande.

1980 | Einweihung der neuen Sportanlage des FC Kaunitz

Am 15.07.1980 wurde die neue Sportanlage des FC Kaunitz eingeweiht. Vor rd. 2.000 Zuschauer verlor der FC Kaunitz gegen Arminia Bielefeld mit 1 : 9

1981 | Kaunitz bekommt ein neues Feuerwehrgerätehaus

Nachdem die Unterbringung der zwei Feuerwehrfahrzeuge in dem angemieteten Gebäude hinter "Liemkes" Tankstelle nicht mehr zeitgemäß war, plante die Gemeinde Verl Ende der 70er Jahre das erste Feuerwehrgerätehaus für Kaunitz. Mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses wurde am 14.12.1979 begonnen. Am 23.01.1981 wurde der Neubau des Gerätehauses am Standort des heutigen Elli-Marktes mit zahlreichen Gästen feierlich eingeweiht und war 38 Jahre das Zuhause der Kaunitzer Feuerwehr.

1981 | Einweihung der neuen Friedhofskapelle auf dem Kaunitzer Friedhof

Am 03.05.1981 wurde die von Architekt Stedem geplante und mit einem Kostenaufwand von 390.000,00 DM errichtete Friedhofskapelle im Rahmen einer kleine Feierstunde eingeweiht. Die Gemeinde Verl zahlte einen Zuschuss von 300.000,00 DM. Die Grundsteinlegung erfolgte vor rd. einem Jahr, am 07.04.1980.

1980 | Landarzt Dr.  August Rodenbeckenschnieder ist gestorben

Im Alter von 73 Jahren verstarb Dr. August Rodenbeckenschnieder am 04.05.1980. Er war seit 1947 als praktischer Arzt in Kaunitz tätig. Weitere Infos, siehe 1947

1981 | Außenmauerisolierung an der Kirche in Kaunitz

Im Febr. 1981 wurden rd. 1.500 Löcher in das rd. 1,30 m dicke Außenmauerwerk der Kirche gebohrt, in denen mit starkem Druck Kieselsäure gepresst wurde. Dadurch sollte aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk verhindert werden. 

1981 | Neue Arztpraxis in Kaunitz

Am 01.10.1981 eröffnete Totaram Adjodah, Facharzt für Allgemeinmedizin, eine Arztpraxis in Kaunitz, Paderbornerstr. 442. 

1983 | Erste Apotheke in Kaunitz

Am 05.03.1983 eröffnete Manfred Wolper die Fürst-Wenzel-Apotheke in Kaunitz, Paderborner Str. 442.

1985 | Großbrand in der Möbelfabrik Füchtenschnieder

Am Donnerstagnachmittag, den 02.05.1985, richtete ein Großbrand in der Möbelfabrik Füchtenschnieder einen Sachschaden von rd. 5 Mio. DM an. Die Produktionshalle brannte völlig aus.  Sechs Löschzüge verhinderten das Übergreifen der Flammen auf den Lackbunker.

1985 | Erstes Trucktreff an und in der Ostwestfalenhalle

Im Aug. 1985 fand das erste Trucktreffen an und in der Ostwestfalenhalle statt. 38 Jahre später, im Aug. 2023, fand das letzte der jährlich stattfinden Trucktreffs statt.

1986 | 100-jähriges Jubiläum der Spar- und Darlehnskasse Kaunitz

Am 05.05.1986 feierte die Spar- und Darlehnskasse Kaunitz ihr 100-Jährifes Bestehen. Der offizielle Festakt fand am Freitag, den 09.05.1986, in der Ostwestfalenhalle statt.

1986 | Das neue Sportheim des FC Kaunitz wird eingeweiht

Das neue Sportheim des FC Kaunitz an der Grundschule wurde am 08.05.1986 von Bürgermeister Lakämper offiziell dem FC Kaunitz übergeben.

1986 | Ein Feuer zerstört die Dachkonstruktion der Ostwestfalenhalle Kaunitz

Am 21.08.1986 zerstörte ein Feuer die Dachkonstruktion und den westlichen Teil der Ostwestfalenhalle. 80 Feuerwehrleute aus sieben Gemeinden waren über vier Stunden im Einsatz. Spielende Kinder hatten nach Ermittlungen der Polizei die Ostwestfalenhalle in Brand gesetzt.

1986 | Kreisparkasse Wiedenbrück, Zweigstelle Kaunitz, wird überfallen

Die Zweigstelle Kaunitz der Wiedenbrücker Kreissparkasse wurde am 25.11.1986 überfallen. Insgesamt werden nach Angaben der Polizei rd. 134.000,00 DM erbeutet.

1987 | Kaunitz wie in Glas gehüllt

Der Rosenmontagseisregen 1987 war eine Wetterkapriole die als Jahrhundertereignis einzustufen ist. Selbst die Ältesten Bürger konnten sich an nichts Vergleichbares erinnern. Eine Grenzwetterlage machte diesen Eisregen möglich. Nahezu alles in der freien Natur wurde in der Nacht zum 2. März in Eis gehüllt. Bäume mussten, wie man später berechnete, bis zum 80-fachen ihres Normalgewichtes tragen. Viele Bäume und auch Hochspannungsmasten brachen wie Streichhölzer unter der Last des Eises. Vielerorts gab es kein Strom und auch kein Telefon. Die Feuerwehr war zwei Tage im Dauereinsatz. Unter anderem befreite Sie die Straßen von umgekippten Bäumen und versorgte Landwirtschaftliche Betriebe mit Strom.

1987 | Kreissparkasse Wiedenbrück, Zweigstelle Kaunitz wird schon wieder überfallen

Am 04.10.1987 wurde die Zweigstelle Kaunitz der Kreissparkasse Wiedenbrück zum dritten Mal überfallen, erbeutet wurden rd. 70.000,00 DM

1988 | Neue Zahnarztpraxis an der Fürstenstr. 7

Dr. med. dent Matthias Hennig eröffnete am 15.07.1988 eine Zahnarztpraxis in Kaunitz, Fürstenstr. 7.

1988 | Renovierungsarbeiten am Kirchturm

Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden wurden im September 1988 undichte Stellen und Risse am Kirchturm ausgebessert.

1989 | Langjähriger Leiter der Grundschule Kaunitz geht in den Ruhestand

Am 20. Juni 1989 wurde der langjährige Leiter der  Volksschule / Grundschule Kaunitz, Rudolf Fröhleke, von Schulamtsdirektor Röckner in den Ruhestand verabschiedet.

1990 | Otto Lauströer, Gastwirt im Kaunitzer Krug, wird 100 Jahre

Am 19.04.1990 wurde Otto Lauströer, ehemaliger Gastwirt im Kaunitzer Krug, 100 Jahre alt. Der Kaunitzer Krug war über Jahrzehnte Vereinslokal des FC Kaunitz. Auch fand auf dem Gelände am Kaunitzer Krug im jährlichen Wechsel mit Gastwirt Heinrich Liemke das Schützenfest der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Kaunitz statt. 

1990 | Erster Aktionstag für die Kinderkrebsstation der Uni-Klinik Münster

Auf Initiative von Schützenbruder Dieter Pickert veranstaltete die St. Hubertus-Schützenbruderschaft Kaunitz  am 01.05.1990 erstmalig einen "Aktionstag für die Kinderkrebshilfe". Der Erlös der Veranstaltung wurde der Kinderkrebsstation der Universitätsklinik Münster gespendet. Dieser Aktionstag wurde jährlich bis einschließlich 1997 wiederholt und erbrachte eine Spendensumme von insgesamt 230.000,00 DM.

1990 | Schützenhalle Kaunitz wird eingeweiht

Am 22.09.1990 wurde die neue Schützenhalle Kaunitz einschließlich Schießsportanlage von Präses Pfarrer Walter Schütte eingeweiht. Die Grundsteinlegung war am 15.12.1989, das Richtfest fand am 24.11.1989 statt.

1991 | 25 Jahre Tennisclub Kaunitz

Am 01.09.1990 feierte der Tennisclub Kaunitz sein 25-jähriges Besehen im Clubhaus an der Tennisanlage neben der ehemaligen Gaststätte Meermeier.

1991 | Erneut brennt die Möbelfabrik Füchtenschnieder

Ein zweiter Großbrand in der Möbelfabrik Füchtenschnieder am 16.12.1991, ab 13,20 Uhr, vernichtete die gesamte Möbelfabrik. Insgesamt 11 Löschzüge mit 33 Fahrzeugen und 194 Feuerwehrleuten aus dem gesamten Kreis Gütersloh wurden alarmiert.

1992 | Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft"

Die Dorfgemeinschaft Kaunitz beteiligte sich erstmals an den landesweiten Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft". Hierbei ging es nicht nur um Dorfverschönerung sondern insbesondere um die Zukunft des Dorfes, u.a. um Dorferneuerung und Dorfgestaltung, um Erhaltung und Verbesserung der Infrastruktur, um Sicherung und Ausbau von öffentlichen und vereinsgebundene Einrichtungen, um Ausbau der Wander- und Fahrradwege. 

1993 | Die grüne Komposttonne wird in der Gemeinde Verl eingeführt

Organische und kompostierbare Abfälle wurden ab dem 01.04.1993 erstmals über die grüne Komposttonne eingesammelt und in der Gütersloher Kompostierungsanlage verarbeitet.

1993 | Bäckerei und Lebensmittelgeschäft Schumacher brennt

In der Nacht vom 12. auf den 13. 06 1993 brach in der Bäckerei Schumacher ein Brand aus. Lt. Aussage der Polizei entstand ein Sachschaden von rd. 1,5 Mio. DM.

1995 | Gedenktafel zur Erinnerung an die Befreiung jüdischer Zwangsarbeiterinnen

Der Rat der Gemeinde Verl hat am 29.08.1994 beschlossen, dass zur Erinnerung an die Befreiung von über 700 jüdischen Zwangsarbeiterinnen im Ortsteil Kaunitz eine Gedenktafel aufgestellt wird. Die feierliche Enthüllung der Gedenktafel am Ort der Befreiung in Kaunitz fand am 01.04.1995, 17.00 Uhr, an der Straße "Zum Sennebach" statt. Die Bronzetafel enthält folgenden Text: "Hier wurden am 01.04.1945 über 700 jüdische Frauen durch amerikanische Soldaten befreit. Sie waren auf dem Marsch von Lippstadt in das KZ Bergen-Belsen, wo sie getötet werden sollten. Als billige Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie waren sie aus aus dem KZ Ausschwitz nach Lippstadt geholt worden. Dieser Gedenkstein soll an das Leid dieser Frauen und aller Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Er soll uns gleichzeitig mahnen, Unrecht gegen Menschen in keiner Form hinzunehmen, sondern ihm mutig entgegenzutreten". 

1995 | Großbrand auf dem Hof Laustroer

Im Stallgebäude der Familie Laustroer brach ein Feuer aus. Der Stall und große Mengen Stroh wurden vernichtet. Das Wohngebäude blieb verschont.

1995 | Die St. Hubertus Schützenbruderschaft gibt sich eine neue Satzung

Die Schützenbruderschaft gab sich auf einer außerordentlichen Generalversammlung eine neue zukunftsweisende, geschlechtsneutrale Satzung. Sie wurde von den Schützenbrüdern Dr. Matthias Hennig, Frank Niehoff und Bruno Strothe jun. erstellt und von den zahlreich anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen.

1995 | Ewald Bussemas erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande

Am 09.06.1995 erhielt Ewald Bussemas für sein langjähriges Engagement in der Kommunalpolitik und in der Kirchengemeinde St. Marien Kaunitz das Bundesverdienstkreuz am Bande.

1996 | „Schützen helfen krebskranken Kindern“ in der Ostwestfalenhalle

Erstmals fand die Benefiz-Veranstaltung der Schützenbrüder in der Ostwestfalenhalle statt. Die Veranstaltung zu Gunsten der Kinderkrebsklinik der Universität Münster war schon einige Male auf Initiative des Schützenbruders Dieter Pickert in der Schützenhalle
veranstaltet worden. Aber nun sollte sie in einem großen Rahmen mit großer Verlosung und entsprechendem Rahmenprogramm an diesem größeren Ort durchgeführt werden. In den Jahren 1990 bis einschließlich 1997 konnten insgesamt 230 000 DM der Kinderkrebsklinik der Universitätsklinik Münster gespendet werden.


1996 | Maibaum erstmals auf dem „Alten Schulhof“

Die ehemaligen Könige der Schützenbruderschaft Kaunitz errichten erstmals am 01.05.1996 den 14 m hohen Maibaum auf dem „Alten Schulhof“ im Zentrum des Dorfes. Am Baum befinden sich Schilder mit den Wappen der Kaunitzer Vereine. Er bleibt bis zum Herbst stehen.

1996 | Das Ehrenmal vor der Kaunitzer Kirche wird erweitert

Das Ehrenmal an der Marienkirche, welches vom ehemaligen Kriegerverein zum Gedenken an die Opfer des ersten Weltkrieges am 16.02.1930 errichtet wurde, erfuhr zum Schützenfest eine Erweiterung um zwei Sandsteinstelen mit Flammschalen. Die neuen Sandsteinstelen in Form von stilisierten Kreuzen wurden am Samstag, den  20.07.1996, von Pfarrer Walter Schütte eingeweiht und sollen an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft  von 1933 bis 1945 erinnern.

1996 | Pfarrer Walter Schütte geht in den Ruhestand

Nach 25 Jahren als Pfarrer in Kaunitz geht Walter Schütte in den wohlverdienten Ruhestand und zieht in seine Heimatstadt nach Bad Westernkotten. Die Verabschiedungsfeier in der festlich geschmückten Pfarrkirche fand am 01.09.1996 statt.

1996 | Joachim Cruse wird neuer Pfarrer in Kaunitz

Gebürtig aus Belecke stammend, verbrachte er einige Jahre als Vikar in Rietberg. Zuletzt wirkte er in Siegen als Pfarrer. Am 29.09.1996 wurde Pfarrer Joachim Cruse feierlich in sein neues Amt eingeführt.

1996 | Kath. Grundschule wird erweitert

Die Kath. Grundschule Kaunitz wurde um zwei Mehrzweckräume erweitert. Richtfest wurde am 15.03.1996 gefeiert, die offizielle Einweihung erfolgte am 26.10.1996.

1997 | Neue Bauplätze im  Kaunitzer Baugebiet "Hegselweg"

Der Rat der Gemeinde Verl vergab am 17.02.1997 insgesamt 18 Bauplätze im Kaunitzer Baugebiet "Hegselweg" zum Preis von 95,00 DM.

1997 | Restaurierte Draisine auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände

Die Dorfgemeinschaft Kaunitz stellte am 05.07.1997 eine liebevoll restaurierte Draisine auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände in Kaunitz auf.

1997 | Kath. Kindertageseinrichtung Arche Noah wird eingeweiht.

Der Neubau der dreigruppigen Kindertageseinrichtung wurde am 19.09.1997 eingeweiht. Die Inbetriebnahme erfolgte bereits am 04.08.1997. Der erst Spatenstich durch Pfarrer Joachim Cruse und Bürgermeister Josef Lakämper wurde am 23.10.1996 durchgeführt und das Richtfest fand am 11.01.1997 statt. In der neuen Kindertageseinrichtung konnten erstmals  Kinder ab dem 4. Lebensmonat betreut werden.

1997 | Feuer an der Oststraße

Am 26. November 1997 geraten Wohn- und Stallgebäude der Familie Dresselhaus in Brand. Beide wurden zerstört. 150 Feuerwehrkammeraden waren 20 Stunden im Einsatz.

1997 | Erster Weihnachtsmarkt rund um die Pfarrkirche Kaunitz

Am 06. und 07.12.1997 fand der erste Weihnachtsmarkt vor und neben der Pfarrkirche in Kaunitz statt.

1998 | Zahnärztin Maria Esken eröffnet Zahnartzpraxis

Am 01.05.1998 eröffnet Maria Esken eine Zahnarztpraxis in den Räumen der ehemaligen Zahnarztpraxis Heuckmann, Fröbelstr. 8.

1998 | Die Postfiliale im Gebäude der Kaunitzer Volksbank schließt 

Die Postfiliale an der Paderborner Str. wurde am 05.05.1998 geschlossen. Zeitgleich wurde eine Poststelle in der Bäckerei Schumacher, Fürst-Wenzel-Platz 8, eröffnet. 

1998 | 250 Jahre Kaunitz

Die kath. Kirchengemeinde feierte ihren 250. Jahrestag ihrer Gründung. Die Kaunitzer Kirchweihtage wurden am Samstag, den 16. Mai 1998, mit der Aufführung des Historischen Spiels zur Grundsteinlegung der Pfarrkirche eröffnet. Das historische Schauspiel wurde vom gebürtigen Kaunitzer Burkhard Junker geschrieben. Mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Kaunitz beendete Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt am Sonntag, den 24.05.1998 die einwöchigen Kirchweihtage.

1998 | Dr. med. Georg-Ovidius Theodor übernimmt Arztpraxis

Am 01.07.1998 übernahm Dr. med. Theodor, Facharzt für Allgemeinmedizin, die Praxis von Totaram Adjodah, der 17 Jahre in Kaunitz tätig war. 

1998 | Einzelhandelsgemeinschaft "EHG Kaunitz" gegründet

Am 07.10.1998 wird in Kaunitz  die Einzelhandelsgemeinschaft "EHG Kaunitz" gegründet. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzende: Maria Lauströer, 2. Vorsitzende: Nicole Brinker, Kassierer: Peter Tegethoff, Schriftführer: Johannes Gehrlach und Pressewart: Frank Brockbals.

1998 | Kaunitz unter Wasser

Ende Oktober verwandelten sintflutartige, langanhaltende Regenfälle Kaunitz und Umgebung in eine Seenlandschaft. Die Wapel trat über die Ufer und setzte Wiesen und Felder unter Wasser. Auch viele Keller liefen voll. So hatte die Feuerwehr alle Hände voll zu tun.

1999 | Werner Cord-Brüning wird Bezirkskönig

Erstmals wurde mit Werner Cord-Brüning ein König der St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz Bezirkskönig im Bezirk Wiedenbrück des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

2000 | 75 Jahre St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz

Die St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz feierte ihr 75jähriges Bestehen. Nach dem Festakt in der Schützenhalle wird das große Jubiläums-Schützenfest in der Ostwestfalenhalle gefeiert. Zum Anlaß des 75jährigen Bestehens der  St. Hubertus-Schützenbruderschaft Kaunitz wurde die vom  Schützenbruder Heinz Busche erstellte Chronik herausgebracht.

2001 | Kolpingfamilie Kaunitz feiert 75-jähriges Bestehen

Am 31.10 2001 feierte die Kolpingfamilie Kaunitz ihr 75-jähriges Bestehen. Mit einem Festgottesdienst wurde das Jubiläum eröffnet und danach mit einem Fest im Pfarrheim fortgesetzt. Gegründet wurde der Verein als Kath. Gesellenverein Kaunitz.

2001 | Kinder- und Jugendtreff im Pfarrheim unter pädagogischer Leitung 

Der Sozialpädagoge Frank Schwichtenhövel, Mitarbeiter in der Kath. Jugendfreizeitstätte in Verl, ist nun auch für den Kinder- und Jugendtreff im Pfarrheim in Kaunitz zuständig. Am Donnerstag, den 08.11.2001, trafen sich erstmals Jugendliche ab 14 Jahren im Pfarrheim unter Leitung von Frank Schwichtenhövel zum gemeinsamen Klönen und spielen.

2002 | Hochwasser in Annaburg

Beim Elbe und Elster Hochwasser halfen Kaunitzer Feuerwehrleute in Verls Partnerstadt Annaburg die Wassermassen einzudämmen.

2002 | Laienspielschar Kaunitz feiert 75-jähriges Bestehen

Die Laienspielschar der Kolpingfamilie Kaunitz feierte am 09.11.2002 ihr 75-jähriges Bestehen. An der Jubiläumsfeier nahmen über 100 Gäste teil.

2003 | Alter Bahnhof wird Treffpunkt der Dorfgemeinschaft Kaunitz e.V.

Am 11.01.2003 wurde der von der Dorfgemeinschaft mit viel Eigenleistung renovierte Bahnhof als neuer Treffpunkt eingeweiht. Die Renovierung und Nutzung des im Eigentum der Stadt Verl stehende Bahnhofsgebäude hatte der Haupt- und Finanzausschuss bereits am 14.01.2002 beschlossen.

2003 | Als zweiter Kaunitzer wird Klaus Rodemann Bezirkskönig

Beim Bezirkskönigschiessen in Wiedenbrück wird Klaus Rodemann neuer Bezirkskönig.

2004 | Pater Josef Dresselhaus feierte sein 50-jähriges Priesterjubiläum

Pater Josef Dresselhaus, der dem Missionsorden der Weißen Väter angehört, feierte am 10.06.2004 sein goldenes Priesterjubiläum in der Pfarrkirche in Kaunitz. Über 40 Jahre war Pater Josef Dresselhaus in Afrika als Missionar tätig. Bischof Zusa, ein früherer Ministrant von Pater Josef Dresselhaus, war zu dieser Jubiläumsfeier aus der afrikanischen Diözese Malawi angereist. Die Diözese Malawi war der frühere Wirkungskreis von Pater Dresselhaus.

2004 | Neue Bruderschaftsfahne für die St. Hubertus Schützenbruderschaft

Die neue Fahne wurde am 10 Juli während eines feierlichen Gottesdienstes von Präses Pfarrer Cruse gesegnet. Viele Mitglieder der Bruderschaft und der Gemeinde, sowie befreundete Bruderschaften und Vereine nahmen an der Zeremonie in der Pfarrkirche und später in der Schützenhalle teil.

2005 | Die Kaunitzer Marienkirche wird renoviert

Unter Pfarrer Cruse wurde die Marienkirche renoviert. Die auf dem Dachboden der Kirche eingelagerten Ausstattungsgegenstände, die die Künstler und Kunsthandwerker der Wiedenbrücker Schule um 1900 geschaffen hatten, wurden restauriert und kamen an ihren alten Platz zurück. Zusätzlich stiftete die Volksbank Kaunitz mit dem neuen Zelebrationsaltar den neuen Mittelpunkt des Gotteshauses.

2006 | Nobilia nimmt sein Werk 2 am Kapellenweg in Betrieb

Durch den kontinuierlichen Ausbau des Werkes entstehen am Standort Kaunitz bis zum Juli 2020 insgesamt 1046 Arbeitsplätze.

2006 | Offene Ganztagsschule in Kaunitz

Der Grundschulverband Kaunitz-Bornholte eröffnet in der Grundschule Kaunitz die offene Ganztagsschule. Damit wird den Eltern die Möglichkeit gegeben ihre schulpflichtigen Kinder auch nachmittags bei den Hausaufgaben beaufsichtigen zu lassen.

2007 | Denkmal des Monats Februar

Der alte neue Hochaltar von St. Marien Kaunitz wurde vom Landschaftsverband Westfalen- Lippe zum Denkmal des Monats Februar 2007 erkoren.

2007 | Ein Arbeitskreis für ein Dorfentwicklungskonzept wurde gebildet

Unter Mitwirkung des Planers Halke Lorenzen bildete sich ein Arbeitskreis, um über die weitere Entwicklung des Dorfes Kaunitz zu beraten. Viele interessierte Bürger/innen und Vereine nahmen an den Arbeitskreissitzungen teil.

2007 | Das Bezirksschützenfest fand in und an der Ostwestfalenhalle statt

Am 28. und 29. April fand das Bezirksschützenfest des Bezirksverbandes Wiedenbrück im Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften bei schönem Frühlingswetter in und an der Ostwestfalenhalle in Kaunitz statt. Die 19 Bruderschaften und Gilden aus dem Bezirk suchten mit Ihren Majestäten den neuen Bezirkskönig, den Bezirksjungschützenkönig, sowie die Bezirksjugend- und Bezirksschülerprinzen. Auch wurden die Bezirkstitel der Fahnenschwenker vergeben.
Den Titel des Bezirkskönigs errang schließlich Dieter Henke von der St. Jakobus Schützenbruderschaft Mastholte. Auch die ausrichtende Kaunitzer Bruderschaft ging nicht leer aus. Sie stellte mit Andre Westermeier den Bezirksjugendprinzen.
An beiden Tagen gab es ein reges Treiben in und an der Ostwestfalenhalle. Die Veranstaltung wurde federführend von den Kaunitzer Jungschützen um Jungschützenmeister Jürgen Füchtemeier geplant und durchgeführt.

2007 | „Kyrill“ fegt über Kaunitz hinweg

Am 18. Januar 2007 fegte der Sturm „Kyrill“ nicht nur über Kaunitz sondern auch über ganz Deutschland hinweg. Unzählige Bäume stürzen um und Dächer werden abgedeckt. Leider sind im ganzen Land auch einige Todesopfer zu beklagen. Die Feuerwehren haben mit den Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und mit Aufräumarbeiten jede Menge zu tun.

2008 | Der Kirchplatz wird renoviert

Aus dem ehemaligen Kirchhof mit Begräbnisstätte rund um die Kirche wurde ein neuer Dorfplatz zum Verweilen. Neue Pflastersteine, neue Wege und junge Linden (nach altem Vorbild) ließen den neuen Kirchplatz zum Schmuckstück werden.

2008 | In der Eifel werden neue Bronzeglocken für St. Marien gegossen

Am 4. Juli fuhren 2 Busse mit Kaunitzer Gemeindemitgliedern in die Eifel um dem Guss der 4 neuen Bronzeglocken für den Turm der St. Maria Immaculata Kirche bei zu wohnen.

2011 | Schützendamen ab jetzt vollwertige Mitglieder

In der Generalversammlung am 08.01.2011 wurde erfolgreich über die Uniform für weiblichen Mitglieder in der Bruderschaft abgestimmt. Beim Kaunitzer Schützenfest marschierten schon knapp 30 Mädchen und Damen im Festzug mit.

2011 | Kaunitzer Ordsdurchfahrt wird neu gestaltet

Nach knapp drei Jahren Bauzeit wurde am 9.10.2011 die neue Ortsdurchfahrt von Bürgermeister Paul Hermreck eingeweiht. Der Festakt fand auf dem Kirchplatz in Kaunitz statt. Nachdem die letzten Beete und der Kreisverkehr bepflanzt wurden, ist die Paderborner Straße jetzt endlich wieder in beide Richtungen befahrbar. Ca. 1,5 Millionen Euro und so manchen "Autofahrer-Nerv", haben die Maßnahmen gekostet. Im Kreisverkehr erinnern die Wappen von Österwiehe, Liemke und Bornholte an die drei ursprünglichen Gemeinden rund um den Kaunitzer Ortskern.

2012 | Das Malawi Projekt wir ins Leben gerufen

Das Projekt wurde 2012 von Pater Josef Dresselhaus und Steven Bulambo gegründet. Pater Dresselhaus leistete 40 Jahre Missionarsarbeit in Malawi. Das Land Malawi im Südosten Afrikas hat etwa 19 Millionen Einwohner und ist mit einem Prokopfeinkommen von 350 US Dollern eines der ärmsten Länder der Welt. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort, wird versucht die Lebensbedingungen, des landwirtschaftlich geprägten Landes, mit Hilfe zur Selbsthilfe zu verbessern.

2012 | FC Kaunitz steigt erstmals in die Fußball Landesliga auf

Schon von 1978 bis 1991 vertraten die Gelb-Schwarzen ihre Farben über die Kreisgrenze hinaus in der Bezirksliga, in der man mehrmals den Aufstieg in die Landesliga verpasste. Nach zwischenzeitlichen Ab- und Aufstiegen konnte man 2012 den Aufstieg in die Landesliga feiern.

2015 | Hubertus Förster wird dritter Kaunitzer Bezirkskönig

Mit dem 179. Schuss holte Hubertus Förster die Reste des Adlers aus dem Druffeler Kugelfang und setzte sich gegen die Regenten der anderen 18 Bruderschaften durch.

2016 | Einweihung der neuen Orgel in der Kaunitzer Kirche

Am 13. März 2016 wurde in der Pfarrkirche zu Kaunitz die neue Orgel mit einer feierlichen Messe eingeweiht. In gut einem Jahr wurde die renovierungsbedürftige Orgel von der Orgelbau-Meisterwerkstatt Kampherm saniert. Knapp 300.000 € kostete die neue Orgel. Bis auf 15.000 € Zuschuss vom Erzbistum, hat die Kirchengemeinde die verbleibenden 285.000,00 € selbst aufgebracht. Von vielen vorher als unmöglich abgetan, von Pfarrer Cruse jedoch realisiert. Der Pfarrer dankte allen, die sich an der Realisierung der wunderschönen Orgel mit Taten und insbesondere  mit Spenden beteiligt haben.

2016 | Schützen bauen ihren Schießstand um

Da nach einer Überprüfung des Schießstandes in 2015 die Voraussetzungen für einen sicheren Schießbetrieb nicht mehr gegeben waren, und eine Schließung der 1989 erbauten Sportstätte drohte, bestand unverzüglicher Handlungsbedarf. Schon auf der Generalversammlung im Januar 2016 stellte Brudermeister Peter Lichtenauer die vom Vorstand ausgearbeiteten Pläne einschließlich Finanzierungskonzept vor. Fast 1500 Helferstunden koordinierte “Bauleiter“ Klaus Laustroer in den zehn Wochen bis zur Fertigstellung. Der Schießstand bekam ein neues Dach, 350 Quadratmeter Fliesen, eine neue schmucke Theke, neu gestaltete Wände, eine neue Beleuchtung, neue Toiletten und zu guter Letzt natürlich eine neue, bis ins letzte Detail geplante, elektrische Schießanlage. Die ca. 180.000 € Umbaukosten wurden durch 20.000 € Spenden, 55.000 € Zuschüsse und einem Darlehen von 105.000 € finanziert.

2018 | Erweiterung und Sanierung der Grundschule Kaunitz

Die in drei Bauabschnitte aufgeteilten Arbeiten an der Grundschule Kaunitz wurden fertiggestellt und  kosten ca. 3,5 Millionen Euro. Hierbei wurden in den ersten beiden Bauabschnitten der Neubau des Verwaltungstraktes und der Umbau des OGS Gebäudes fertiggestellt. Im dritten Bauabschnitt wurden die 8 Klassenräume saniert. Jeder Klassenraum ist rd. 65 qm groß.

2019 | Löschzug Kaunitz zieht ins neue Gerätehaus

Nach mehreren Jahren Planung und eineinhalb Jahren Arbeit zog die Feuerwehr Kaunitz unter der Leitung von Löschzugführer Marcel Busche im Dez. 2019 in den Neubau auf der anderen Straßenseite. Anfangs sollte das 40 Jahre alte Gerätehaus modernisiert werden. Aus Kostengründen entschied man sich dann aber für einen Neubau. Die neue Fahrzeughalle enthält 6 Stellplätze, eine Lagerhalle und eine Waschhalle. Im Erdgeschoss befinden sich Verwaltung, Umkleiden, WCs und Sanitärräume. Im Obergeschoss gibt es einen Schulungsraum mit Teeküche. Im Außenbereich gibt es Stellplätze für 38 PKW's. Der ca. 50 Meter lange und 7,50 Meter hohe Komplex kostete insgesamt rd. 4,6 Millionen Euro.

2020 | Neues Sportheim vom FC Kaunitz wird fertig

Seit August 2018 wurde am neuen, 520 Quadratmeter großen Vereinsheim gebaut. Ein Großteil des Baues ist dabei in Eigenleistung entstanden. Das neue Zuhause des FC Kaunitz wurde von der Stadt mit 500.000 Euro bezuschusst. Der 480 Mitglieder zählende Verein, hat damit wesentlich bessere Voraussetzungen für seine 16 kickenden Mannschaften geschaffen. Die alten Umkleideräume aus dem Jahr 1986 an der Schule, waren zu klein geworden und entsprachen teilweise nicht mehr dem heutigen Standard. Vorangegangen ist bei all der geleisteten Arbeit der FCK-Vorsitzende, Wigbert Erichlandwehr. Ca. 2000 von insgesamt 20.000 Arbeitsstunden hat er dabei geleistet. Hierfür wurde er von seinen Vereinskameraden für den Heimatpreis 2023 der Stadt Verl vorgeschlagen, bei dem er den 3. Platz belegte.

2021 | Erster Grafschaftslauf wird ausgerichtet

Am 29.08.2021richten die Städte Rietberg, Verl und Schloss Holte- Stukenbrock erstmals den  Grafschaftslauf aus. Der Lauf startet vom Gut Rietberg, führt dann an der Kaunitzer Kirche vorbei, und endet nach ca. 29 km am Holter Schloss.

2021 | Elli Markt öffnet an neuem Standort

Im April zieht der Elli Markt von der Fürstenstraße in den Neubau, auf dem ehemaligen Areal der Feuerwehr, an der Paderborner Straße. Auf über 1500 Quadratmetern bietet der neue Elli Markt fast doppelt soviel Verkaufsfläche und beschäftigt in Zukunft ca. 50 Mitarbeiter/innen.

2021 | Benedikt Kickum folgt auf Pfarrer Joachim Cruse

Nach 25 Jahren in Kaunitz geht der 69 jährige Pfarrer Joachim Cruse in den wohlverdienten Ruhestand. Der gebürtige Krefelder Benedikt Kickum wurde am 14. August mit einem feierlichen Freilichtgottesdienst offiziell in sein Amt als Pastor im Pastoralen Raum am Ölbach eingeführt.

2022 | FC Kaunitz gewinnt erstmals den Fußball Kreispokal

Fußball Landesligist gewinnt zum ersten Mal den Kreispokal. Die Mannschaft von Trainer Maik Uffelmann wird seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt beim B Ligisten deutlich mit 6:0.

2022 | Neue Hausarztpraxis öffnet in Kaunitz

Als Ende 2020 Dr. Theodor in den wohlverdienten Ruhestand ging, stand Kaunitz plötzlich ohne Nachfolger da. Eine sicher geglaubte Übernahme der Praxis scheiterte aus finanziellen Gründen. Um so erfreulicher war dann Anfang des Jahres die Nachricht, dass in den bisherigen Räumen der Kreissparkasse Wiedenbrück, Filiale Kaunitz, Alter Schulhof, die Gemeinschaftspraxis C/O Medic eröffnet wurde.

2022 | Kaunitzer Schützen erstmals von Kaiserin regiert

Nachdem Steffi Peterhanwahr schon 2013 als erste Königin (Königin mit dem Rang eines Königs) die Hubertusschützen regierte, tat ihr dieses 2018 Sportschützin Sylvia Vredenburg gleich. 2019 schoss dann Anika Peterhanwahr als erste Dame den Jungschützenvogel aus dem Fang. 2022 war es dann ,nach einer Schießpause, Steffi Peterhanwahr, die den kompletten Korpus auf die Vogelwiese fallen ließ. Nach Alois Brinktrine (1971) und Alfons Hemeschemeier (1975) ist sie somit “der dritte Kaiser“ im Kaunitzer Schützenverein.

Datenschutzhinweis

Wir verwenden Cookies und andere Technologien auf unserer Website. Manche sind essenziell, andere helfen uns diese Website zu verbessern und den Erfolg unserer Kampagnen zu messen. Dabei werden (personenbezogene) Daten bei der Nutzung unserer Website für Anzeigen- und Inhaltsmessung verarbeitet.

Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können Ihre Auswahl jederzeit widerrufen oder anpassen. 

Notwendige Cookies werden immer geladen